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Tabak und Tabaksteuer
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Tabak und Tabakssteuer

n Gärten und Gewächshäusern sehen wir die Tabaksstaude, die Mootmim aus dem Geschlechte der L0lÄNÄLöÄ6-Uiec>t,ig.ukg.s und weiter der Klasse der Nöhrenblüter angehörig mit ihren Weißen oder roten Blumen als Zierpflanze gern. Botanisch merkwürdig ist ihr erstaunlicher Samenreichtum, ein kräftiger Stock trägt mehr als 300000 Körnchen in seinen Kapseln. Nur die Rauke (Lisyiudriunr 8oxbm) samt noch üppiger. Für Chemie uud Medizin will das Gewächs mit seinem fürchterlichen Gift bis jetzt wenig bedeuten. Durch Jean Nieot de Villemain, den Gesandten Franz II. am Hofe zu Lissabon, kam die nach ihm benannte Pflanze (1560) nach Paris. Allmählich verbreitete sich das Rauchen, Schnupfen und Kauen ihres Blatts nach Art der Wilden Amerikas über Europa; und nun behauptet der Tabak standhaft einen Platz unter den Gegen­ständen menschlichen Trachtens, über die der Stoiker sich nicht wundern darf. Jakob I. von England suchte derUnsitte" des Rauchens durch eiue hohe Abgabe Eiuhalt zu thun (1604). Auf seine Schrift NisoogMos (Nauchfeind), in der Gottes Zorn uud die Hölle den Rauchern in Aussicht gestellt wurde, antworteten polnische Jesuiten, die nicht vergessen hatten, daß der König in protestantischem Eifer den Papst als Antichrist bezeichnete, mit einem sehr un­artigen ^»t,i-Niso(Zg.xn08. Von der ewigen Verdammnis des Rauchers sahen die guten Väter ab. Papst Urbcm VIII. belegte (1624) alle Schnupfer mit dem Bann; Jnnozenz XII. schränkte die Strafe auf die ein, die in der Kirche schnupften, und Königin Sophie Charlotte führte während ihres Knieens vor dem Altar, an der Seite ihres Gemahls, König Friedrichs I. von Preußen, bei der Krönung zu Königsberg (1701) genauer bei der Salbung, denn die Krönung vollzog der König im Thronsaale selbst aus diamantbesetzter goldner Dose eine Prise Spcmiol zur Nase. Man denke sich den stillen Un­willen der cnntirenden Geistlichen und des auf Würde und Anstalt haltenden Königs! Wie mag außerdem der große Leibuiz das der Feier so wenig ent­sprechende Benehmen seiner königlichen Freundin aufgefaßt haben? Während des dreißigjährigen Kriegs war die Tabakspfeife durch die englischen Hilfs­truppen des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz nach Deutschland gekommen. Zunächst rauchte nicht die Herrenwelt; dagegen waren die Soldaten der ver-