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Wandlungen des Ich im Zeitenstrome : 3. Das Gymnasium
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Ein Nachwort zur Hans-Sachs-Feier

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Schüler war übrigens ox oWoio Krankenwärter, das war eines der Ehren­ämter unsers kleinen auf ssIlMvörnniönt. beruhenden Staats*), teils um dem Kranken Gesellschaft zu leisten, teils um den Weisheitslehren seines Vaters zu lauschen, der uns mit Enthusiasmus bearbeitete er war nämlich ein Brand­roter. Eine seiner Lehren ist Mir in der Erinnerung geblieben, und je älter ich werde, desto öfter muß ich an sie denken. Sie lautet: Alles Unheil kommt von den vier Fakultäten, die als die Wurzeln des Übels ausgerottet werden müssen; die Theologen und Mediziner sind Volksbetrüger, die Philologen un­nütze Peiniger der Jugend, die Juristen Rechtsverdreher. Einmal legte er mir plötzlich die Hände segnend aufs Haupt und rief: Werden Sie ein zweiter Luther! Das war nun freilich unmöglich, aber ein ganz klein wenig ist von diesem Segen doch an mir hängen geblieben; als ich ihn später kennen lernte, den Luther, da hat er mir gefallen, und ein oder zwei Äderchen mag ich wohl von ihm haben.

(Schluß folgt)

(Nn Nachwort zur Hans-Sachs-Feier

von Albert Richter

ie Hans-Sachs-Feier hat Festschriften, Festspiele, Festvorträge, Prologe, Wiederaufführungen Hans-Sachsischer Dramen u. s. w. in großer Menge gebracht, und überall hat man sich dabei ge­berdet, als ob es sich bei dieser Feier um einen Mann handelte, der lange Zeit von allen Gliedern seines Volks verkannt und verachtet gewesen und erst im letzten Jahrhundert wieder zu Ehreu gekommen wäre. Nuu ist es ja richtig, daß man Hans Sachs seit Wielands und Goethes Zeiten wieder in weitern Kreisen als einen großen Dichter anerkannt hat, und daß seine Bedeutung erst in den letzten Jahrzehnten durch volkstüm­liche Schriften, durch den litteraturkundlichen Unterricht der Schule, auch durch Wagners Meistersinger volksbekannt geworden ist; es mag auch wünschenswert erscheinen, daß dieser Mann uud ein großer Teil seiner Werke noch viel be­kannter werde, daß sich in noch viel weitern Kreisen die Erkenntnis Bahn breche, der bekannte Vers von dem Manne, der zugleich ein fleißiger Schuh-

"1 An Absperrung solcher Kranken, deren Leiden sür ansteckend gehalten wurde, dachte damals niemand bei uns; auch ich bin in einem Choleraaufalle von meinen Kameraden be­sucht und von einem gepflegt worden. Wer sich fürchtete, der blieb eben weg, und wer sich nicht fürchtete, der kam. Keiner hat sich in solchen Fällen angesteckt.