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form (der Bier- und Weinverbrcmch wird besonders angegeben) jahrlich auf den Kopf der Bevölkerung. Im Texte dagegen wird übereinstimmend mit der allgemeinen Ansicht Großbritannien zu den Ländern gerechnet, wo Trunksucht herrscht, während von Frankreich bloß gesagt wird, daß sie auch da seit dem Kriege eine bedrohliche Ausdehnung annehme. Ein Kuriosnm nennen wir das, weil wir demselben Widerspruch in den letzten Jahren öfter begegnet sind. Aufgabe der Fachgelehrten wäre es, die Frage zu beantworten, wer in England am meisten lügt, die Alkoholstatistiker oder die Mäßigkeitsapostel. — Eine dem Bande beigegebne Ankündigung enthält die dankenswerte Nachricht, daß im Herbst ein Register (für den Preis von 1 Mark 30 Pfennige) und im Laufe des nächsten Jahres ein 40 bis 50 Bogen starker Ergänzungsband erscheinen soll. Für die zukünftige Arbeit der deutscheu Politiker und Volkswirte ist mit diesem Werke eine solide und breite Grundlage gelegt.
Bezeichnend für die Bildung wie für die Selbstschätzung gewisser Kreise ist folgender Bericht des Darmstädter Stadt- und Landboten vom 4. November:
Selbst der Himmel kleidete sich am 20. Oktober 1394 schwarz und trauerte mit, als mehrere hundert Lehrer aus allen Provinzen unsers Großherzogtums sich in der Haupt- und Residenzstadt „Darmstadt" um das Grab eines Mannes, unsers hochverdienten und zugleich hochverehrten Herrn Johann Schmitt versammelten, um durch Anwohnung bei der Enthüllungs- feier des Schnüttschen Grabdenkmals Zeugnis vor aller Welt zu geben, daß die Schöpfungen dieses heimgegangnen großen Mannes das Grab überdauern und als unvergängliche, wirksame Denkmäler seinen Namen unter den Lehrern Hessens von Geschlechte zu Geschlecht in dankbarer Erinnerung erhalten. Welcher Geist in die Herzen der Anwesenden eingezogen war, als sie die Schmittsche Ruhestätte umstanden, zeigten die tiefe Stille und die hohe ernste Stimmung, welche aus jedem Gesichte zu erkennen waren. Herr Obmann Backes, ein zweiter Cicero, erschütterte mit packender Rede alle Herzen. Auch Herr Steinbergcr, ein jüngerer Lehrer, hielt am Grabe des Heimgegangnen eine schöne wohl durchdachte Rede. Ein aus Lehrern gebildeter Sängerchor sang in ergreifender Weise zu Anfang und zum Schlüsse der Feier je ein passendes, gut gewähltes Grablied, und jeder Lehrer, welcher dieser Feierlichkeit anwohnte, wird den Gedanken mit in die Heimat genommen haben: Heute wurde eine würdevolle Feier von würdevollen Männern abgehalten. In meinem Innersten aber regte sich noch ein zweiter Gedanke. Sollten wir den Mann (so dachte ich), der in willkürlichen, gesetzlosen Zeiten das geistige Schwert für unsre gute, gerechte Sache ohne Furcht und Zittern schwang, der uns in verhältnismäßig kurzer Zeit auf eine» Punkt unter der Gesellschaft der Menschen stellte, der unserm erwünschten Ziele nicht mehr allzu fern liegt, der uns von dem Wandeltische bis zum eignen Herde brachte, der wirkte, daß der spärliche Bissen, den man uns reichte, etwas besser wnrde, sollte die Verehrung dieses Mannes mit diesem einmaligen Besuche für uns ihren Abschluß finden? Nein!
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Ehrend wollen seiner wir gedenken, Deckt ein Erdenhügel auch die Leiche zu.