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Maßgebliches und Unmaßgebliches
gestanden, wo er für die innerliche Gewinnung des Landes großes geleistet hat, er ist dem parlamentarischen Leben als Vizepräsident des Reichstags nahe getreten und hat als deutscher Botschafter Frankreich, unser wichtigstes Nachbarland, genau kennen gelernt. Und er ist zugleich, und das ist nicht das geringste, vom höchsten deutschen Reichsadel, von jenem Adel, der lange dem alten Reiche wertvolle Kräfte gestellt, dann in den kleinen Verhältnissen deutscher Mittelstaaten, denen er sich nur grollend unterwarf, keine seiner Bedeutung entsprechende Stellung gefunden hat und jetzt wieder mit Vorliebe in den Dienst des neuen Reiches und Preußens tritt, mit dem schon einmal ein Fürst Hohen- lohe seinen Namen, allerdings in unglücklichster Stunde (1806), eng verknüpft hat. Als Standesherr hat er die mannichfachsten Beziehungen zu den leitenden Kreisen, als Großgrundbesitzer steht er fest auf dem vaterländischen Boden und gehört den Schichten an, auf denen ein monarchischer Staat in erster Linie beruht. Daß er Süddeutscher ist und Süddeutschland kennt, wird hoffentlich dazu beitragen, dem albernen Gerede von der „Verpreußung" Deutschlands zu steuern und besonders im Süden den besten Eindruck machen. Kurz, Fürst Hohenlohe scheint uns alle die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wirksamkeit in sich zu vereinigen, die bei seinem Vorgänger zu vermisseu waren, und wir begrüßen deshalb den Kanzlerwechsel mit Freuden. Vollends in dem schicksalsvvllen Angenblicke, wo der Tod des Zaren alle Welt in gespannte Erwartung versetzt hat, bedarf es mehr als je einer erfahrenen und festen Hand. Wir hegen das feste Vertrauen, daß es unserm Kaiser und seinen nunmehrigen Ratgebern gelingen werde, den innern Frieden zu sichern nicht durch Polizeimaßregeln, sondern vor allem durch wirksame soziale und wirtschaftliche Reformen und nach außen dem Reiche das zu verschaffen, was wir auch vom Standpunkte der inneren Politik aus am meisten bedürfen, eine Erweiterung unsres Wirtschafts- uud Kulturgebiets, worauf diese Blätter immer und immer wieder hingewiesen haben und hinweisen werden. Die letzten Maßregeln unsrer Kolonialpolitik geben uns die Hoffnung, daß die Zeit des geduldigen Zuwartens vorüber ist und eine Zeit energischen Handels anbrechen wird.
Vom fünften Evangelisch-sozialen Kongreß. Die Zeitungsberichte über den diesjährigen Kongreß, der am 16. und 17. Mai in Frankfurt ci. M. abgehalten worden ist, haben zwar gewaltiges Aufsehen erregt, aber von der Fülle herrlicher Gedanken, nützlicher Anregungen und thatsächlicher Belehrungen, die da
Maßgebliches und Unmaßgebliches