Beitrag 
Aus Elsaß-Lothringen
Seite
208
Einzelbild herunterladen
 

208

lichen Vertreter der reichsländischen Bevölkerung, gerade wie die Abgeordneten der übrigen deutschen Bundesstaaten, berufen sind, au dein sozialen Ansbau des deutschen Reiches mitzuarbeiten.

Das Eigentum

uf den 21. Juni dieses Jahres hatte der Deutsche Bund für Bvdenbesitzrefvrm in Berlin eine Haudwerkerversammluug ein­berufen, und es waren etwa 2000 Bauhandwerker erschienen. Der Fabrikbesitzer Heinrich Freese berichtete über die (seitdem durch die Zeitungen allgemein bekannt gewordne) Antwort des Justizminifters auf eine Bittschrift des Vereins um gesetzlichen Schutz der Ansprüche der Bauhandwerker. In seinem Vvrtrag erwähnte er auch die Unzahl von Subhastationen, und daß durch die Zahlungsunfähigkeit der Bau­unternehmer außer den Handwerkern auch noch andre Personen geschädigt würden.Bei der Umlage der Renten hat die Norddeutsche Baubcrufs- genvssenschast sehr schlimme Erfahrungen geinacht. Auch die hiesige Orts­krankenkasse der Maurer ist häufig um die Beiträge betrogen worden. So haben z. B. im Jahre 1891 29 Prozent der »Bauherren,« wie ich sie ein­mal nennen will, die Beiträge unterschlagen, was der Kasse einen Verlust von 19000 Mark zuzog. 1892 haben sogar 32 Prozent der »Bauherren« die Pfennige der Arbeiter unterschlagen. Dabei handelt es sich oft um Summen von 10, 5, 3 Mark, ja sogar manchmal nur um 25 Pfeuuige. (Allgemeine Entrüstung; Zuruf: Namen nennen!) Eine vollständige Liste aller derer, die auf diese Weise gestohlen haben, liegt hier zur öffentlichen Be­nutzung aus. (Bravo!) Es ist jetzt schon beinahe angebracht, den Subhnsta- tivnstermiu der Bauerlaubnis gleich zuzuschreiben u. s. w,"") Man kann also sagen, daß die Personen, denen das hochwichtige Amt obliegt, die Bevölkernng

Freiland Nr. 13, Diese Halbmonatsschrift ist das Organ des Deutschen Bnndes sür Bodenbesitzreform, der den Fabrikbesitzer Freese zum Borsitzenden, den Lehrer Damaschte und den Rechtsanwalt Harmeniug zu stellvertreteudcu Vorsitzenden gewählt hat. Daß wir das Ziel dieses Bundes: die Bodenverstaatlichung, für utopisch halten, hindert uns nicht, seine Wirksamkeit als höchst verdienstlich nnzuerkenuen. Denn jenes Ziel schwebt ihm nur als sehr entferntes Zukunftsbild vor, in der Gegenwart unterstützt er kräftig ganz praktische und höchst notwendige Bestrebungen; er wirkt für die Sicherung der Ansprüche der Ban­handwerker, für gute städtische Bauordnungen, für eine Reform des Grnndschuldeuwesens, für ein Wasferrecht, das der drohenden Okkupation der Wasserkräfte durch das Großkapital vor­beuge» soll, n, s, w.