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Aus Elsaß-Lothringen
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Aus Glsaß-Lothringen

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eber die Fortschritte, die das Deutschtum seit dem Kriege in Elsaß- Lothringeu gemacht hat, ist schon manches in den deutschen Zei­tungen und Zeitschriften geschrieben worden. Aber die reichs- ländischen Preßzustände sind in Altdeutschland im allgemeinen wenig bekannt. Und doch muß man in sie eingeweiht sein, um über die jetzige Lage in Elsaß-Lothringen ein Urteil zu haben.

Allerdings sind von den elsässischen und lothringischen Zeitungen nur uoch einzelne offen deutschfeindlich gesinnt; aber wenn man von den Kreisblättern und den von der Negierung unterstützten Zeitungen absieht, so ist die Zahl der in deutschem Sinne gehaltenen doch sehr gering. Die meisten werden nicht müde, eine Aufhebung der in Elsaß-Lothringen bestehendenAusnahmegesetze" zu verlangen. Bekanntlich ist im Reichstag in der vorigen Session deshalb ein Antrag von Elsässern und Sozialdemokraten eingebracht worden. Er wurde aber nicht erledigt und wird wohl in der nächsten Session wiederkehren. Die elsaß-lvthringischen Zeitungen sind stets bereit, einen solchen Antrag zu unter­stützen, anch wenn er von Svzialdcmokraten herrührt, die dem Lande bisher doch sicher noch keine Dienste geleistet haben.

Als das Elsaß vvn den deutschen Truppen besetzt worden war, waren die Zeitungen, die dort in deutscher und französischer Sprache erschienen, selbst­verständlich ohne Ausnahme deutschfeindlich gesinnt. Nachdem daher ein Ge- ncralgvuvernenr und ein Zivilkommissar in dem eben erst eroberten Lande ein­gesetzt waren, mußte auch ein amtliches deutsches Organ gegründet werden. Dies waren dieAmtlichen Nachrichten für das Generalgouvernement Elsaß," die auch für das Departement der Mosel (Lothringen) Giltigkeit hatten, und die bald in dieStraßburger Zeitung" umgewandelt wurden. Diese ist jetzt eingegangen und, abgesehen von demGesetzblatt für Elsaß-Lothringen," durch die offiziöseStraßburger Korrespondenz" ersetzt, die nur für Redaktionen bestimmt ist.

In den ersten Monaten der Besetzung waren der Genercilgonverueur nnd der Zivilkommissar durch die dringendsten Maßregeln zur Wiederherstellung einer Verwaltung wohl derart in Anspruch genommen, daß sie den Zeitungeu keine besondre Aufmerksamkeit schenken konnten. Am 15. Januar 1871 ver­öffentlichte aber der Generalleutnant Graf vvn Bisiuarck-Bohleu als Generalgou-