Zur Reform des höhern Mädchenschulwesens in Preußen
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lebenden Teile der Bevölkerung niederhalten, den Fleißigen Schutz gewähren und zu nützlichen Leistungen anregen. Daneben verdienen die Missionen und die Erforschung des Landes jede mögliche Förderung. Es gehört zu dem Wohlthuendsten in den beiden Reisewerken, daß man nicht bloß den allgemeinen Eindruck erhält, Deutschostafrika sei ein vielversprechendes Gebiet, sondern daß auch Stuhlmann und Baumann beide in der Lage sind, auf so manchen Ansatz zum bessern hinzuweisen, der sich unter der jungen, selbst noch im vollen Lernen stehenden deutschen Verwaltung entwickelt. Die Schilderung, die Stuhlmann von der patriarchalisch verwalteten, nach allen Seiten gute Anregungen gebenden Station Bukoba giebt, ist eine sonnige kolonialpolitische Idylle, die man mit Befriedigung und voll Hoffnung betrachtet.
Zur Reform des höhern Mädchenschulwesens
in Preußen
ls im Jahre 1892 die Vorbereitungen über die nun durch die Ministerialverordnungen vom Mai d. I. beendete Reform des Mädchenschulwesens begannen, haben die Grenzboten in einem Aufsatze aus kundiger Feder (51. Jahrgang, Heft 46) den Vorschlag gemacht, daß man, wie das anderwärts geschehen ist, das Vorbild der Knabenschulen endlich aufgebe und für die obern Stufen statt der durch die Verbindlichkeit aller Unterrichtsgcgenstände leicht beförderten Oberflächlichkeit eine Vertiefung und Beschränkung anstrebe, indem man einen Teil der Fächer „wahlfrei" mache. Der Verfasser hat seinen Aufsatz dein preußischen Kultusminister und dem Dezernenten jenes Unterrichtszweiges zugesandt und zu seiner Freude wahrgenommen, daß die von ihm vorgeschlagne und aus der Praxis begründete Maßregel in der That eingeführt worden ist, wenn auch in andrer Form, als er es gemeint hatte. Diese Freude an einem sachlichen Erfolge wollen wir uns nicht dadurch verkümmern lassen, daß man in Berlin die Sache einfach als eigne Erfindung verkündigt hat, daß man sie als den „organisatorischen Gedanken" in der Nationalzeitung hat preisen lassen und von der Quelle, aus der man schöpfte, nichts gesagt hat. Die Grenzboten sind das gewohnt, und von den Berlinern ist man solche „Aneignungsmethoden" auch gewohnt.
Wir haben uns mit der Reform beschäftigt, als sie geplant wnrde; wir wollen auch der vollendeten einige Worte widmen.
Grenzboten IV 1894 23