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Vom Romanmarkt und der Novellenbörse. 1
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Vom Romanmarkt und der Novellenbörse

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enn der Markt mit Zufuhr aller Art überfüllt ist, die Verkäufer zahlreicher sind als die Käufer, weuu die vorgerückte Tageszeit die Hoffnung auf freiwillige Kuuden mehr und mehr nieder­schlügt, so werden die Stimmen derer, die ihre Waren empor- halteu und anpreisen, lauter, gellender, das Getümmel verwir­render, und mancher, der mitten im Gedränge ist, weiß zuletzt nicht mehr, was er kauft uud heimträgt. Und wenn sich an der Börse die Zahl der schlechten und zweifelhaften Papiere hänft, der Schwindelhaber in Blüte steht, so wird der Knrs der guten Besitztitel künstlich gedrückt und mit verlognen Nachrichten geworfen.

Etwas ähnliches geht auf dem Gebiete der Unterhaltungslitteratur, die ganz unbefangen bald als litterarischer Markt, bald als litterarische Börse be­zeichnet wird, fast alle Tage vor sich. Die Masse der schlechthin wertlosen (sogenanntenleichten") Litteratur, der zweifelhaften, unausgereiften, der wüsten und krankhaften Erzählnngslitteratur ist derart angeschwollen, das; selbst der nngeheureKonsum" in den zahllosen illnstrirten Zeitschriften und den Zeitungs- feuilletous nicht mehr recht helfen will. Und so wird denn mit allen erprobten und neuen Mitteln der Marktschreierei nm Absatz derWare" geworben, so sieht sich die bessere Litteratur durch die Überfülle der jämmerlichen wenn nicht verdrängt, so doch beeinträchtigt, so müssen immer erst Krisen und Krache kommen, um einzelne künstlich heraufgelvbte, in Schwung gebrachte Schein- werte wieder einmal ins Nichts znrückznschlendern. Wer ist noch imstande, die Überfülle des Dargebotnen, mit Recht oder Unrecht Gepriesenen, zn bewäl­tigen? Und vollends, wer wird den bessern Erscheinungen, die zwischen der Massenproduktion stets noch anftanchen, so gerecht, wie es eigentlich der Fall sein müßte? Wohl ist es nicht allzu schwer, sie von den völlig nichtigen zu unterscheiden, wohl wird sie jeder gewissenhafte Berichterstatter mit einem ge­wissen Dankgefühl vor so vielen Schöpfungen, deren Anmaßlichkcit nur von ihrer Unerquicklichkeit übertroffen wird, auszuzeichnen suchen. Doch wie wäre es möglich, bei dem beständigen Andränge des Nenesten und Allerneuesten mit dem liebevollen Eingehen, der feinen Darlegnng des gehabten Genusses im