Schwarzes Bret
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dessen Nesfe Andreas seine Jungenstreiche und Heldenthaten beim Kasper-Ohm erzählt. Die eingeflochtueu Episoden und Abenteuer siud spannend, vor allem der kleine Liebesroman, der die Befreiung eines französischen Tambourmajors während der Franzoseuzeit enthält. Der zweite Band bringt die kleinern Erzählungen „Peter Lurenz bi Abukir," woriu ein mecklenburgischer Seemann berichtet, daß nicht Nelson, sondern er die Schlacht bei Abukir gewonnen habe; „Voß nn Swinegel," eine lustige Volksgeschichte vom Fuchs und vom Igel; „Högcr np," die Lebensgeschichte eines Findelkindes; „Mottche Spinkus un de Pelz," eine Geschichte von „dc leewen ollen Juden ut Daemelow"; „De Generalreder," worin die Lcbensschicksnlc eines Rostocker Schiffskapitäns fesselnd erzählt sind.
Endlich hat Brintmnnn auch eine hochdeutsche Dichtung! „Die Tochter Shakespeares" hinterlassen, die aber an seine plattdeutschen Dichtungen nicht hinanreicht.
schwarzes Bret
Ein anonymer Grenzbotenleser und klassischer Philologe schreibt uns, die Zusammenstellung der beiden Philologcnstückchen am vorigen Schwarzen Bret sei „logischer Unsinn" gewesen. Das eine war ein Satz in greulichstem Lateindeutsch, das andre eine Sedanrede über griechische Musik. Für die thörichten Bemerkungen der Hamburger Nachrichten (die Rede sei „des Gedenktags .würdig" gewesen) könne doch der Lehrer nicht verantwortlich gemacht werden.
Um von hinten anzufangen: 1. Das kann er nach unsrer Ansicht allerdings; alle uns bekannten Gymnasien überlassen die Berichte über ihre Schulsestlichkeit nicht dem ersten besten Tageblattsreporter, sondern sie senden sie selbst ein. Unverantwortlich wäre die Lehrerschaft selbst dann nicht, wenn der Bericht unmittelbar nach dem Mus in einer Weinstube geboren worden sein sollte, was bisweilen vorkommen soll.
2. Ob der Inhalt der Rede ausdrücklich noch einmal als des Tages würdig bezeichnet wurde oder nicht, darauf kommt wenig an: er ist des Tages nicht würdig. Den Inhalt selbst aber werden die Hamburger Nachrichten doch wahrhaftig nicht erfnndeu haben!
3. Die griechische Musik vor deutschen Jungen am Festtage nnd das in eine lateinische Zwangsjacke gesteckte Deutsch am Werkeltage zeigen beide — und darum Passen sie zusammen —, daß es immer noch klassische Philologen giebt, die nicht Herren, sondern Sklaven der Antike sind nnd doch den Geist des Altertums verwalten wollen. Gegen sie — gleichviel, auf welcher Stufe auf der Leiter des Unvermögens wir sie treffen, werden wir uns stets wenden, und wenn wir ihrer gleich ein paar zusammen herunterschütteln können, desto besser!
Welche Verdienste sich unsre Militärmusik um die Volksbildung erwirbt, haben wir schon öfter rühmend hervorgehoben. Hier einige weitere Proben davon. Auf einem Konzertprogramm eines Musikkorps des fünften Thüringischen Infanterieregiments (Jena, 8. August) steht auch ein Potpourri „Aus dem musikalischen Fragelasten," von dem wir nur folgende Bestandteile anführen wollen: „Was glänzt dort im Walde im Sonnenschein? Das ist der Tenfel sicherlich! Was schimmert dort auf dem Berge so schon? Die weiße Dame läßt sich sehn. Komm, o holde Dame, sag, wie ist dein Name? Ännchen von Tharnu. Mein schönes Fräulein, darf ichs wagen? Nein, Nein, Rein, Agathe ist ihm viel zu rein. Wer reitet so spät durch Nacht nnd Wind? Das ist der kleine Postillon. Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnngen? Das ist die Liebe, heimliche Liebe. Was kommt dort von der Höh'? Das