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Heinrich Heine : noch ein Beitrag zu dem Streit um sein Denkmal :
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Neue Sprachdummheiten

kleinen Skribenten, die denken oder vielmehr nicht denken, sondern sich blähen wie er. Sie haben die Warnung Goethes überhört:Sei er kein schellen­lauter Thor!" Aber freilichwonach ihnen der Gaumen stand," das wurde ihnenBewunderung von Kindern und von Assen," wie man an allen denen sehen kann, die händeklatschend um das Heinedenkmal herumtanzen.

In Mainz soll es errichtet werden, unweit der Stelle, wo auf dein Nieder­wald das Standbild der Germania ragt. Will sie denn Heinisches Wesen ewig dulden?

Neue ^prachdummheiten

2. Haben und besitzen. Der Gesichtspunkt

o manche häßliche Spracherscheinung unsrer Zeit sucht man da­mit zu entschuldigen, daß man auf die Kürze hinweist, die dnrch sie erreicht werde. Du hast ja ganz Recht, sagt mau, das und das ist nicht gerade schön, aber es ist doch kürzer als das andre. Als ob Kürze der höchste Vorzug der Sprache wäre! Der höchste Vorzug der Sprache ist Deutlichkeit, der nächste Schönheit, uud da immer nur das Einfache schön ist, so wird schöne Sprache gewiß viel öfter kurz und knapp als breit und weitschweifig seiu. Aber eine Kürze, unter der die Deutlichkeit leidet, die zu häßlichen Fehlern führt, und bei der, wie es so oft geschieht, organische Verbindungen durch mechanische (Bindestrich u. dgl.) verdrängt werden, ist kein Vorzug mehr. Ist die Zeit wirklich so kostbar geworden, daß wir nicht mehr reden, sondern nur noch stammeln können?

Wie verträgt sich aber auch die ganze Entschuldigung mit den zahllosen andern Fällen, wo man sich gar nicht breit und weitschweifig genug ausdrücken kann? Warum schreibt mau immer derselbe statt er, warum immer bereits statt schon, häufig statt oft. beinahe (oder vielmehr nahezu!) statt fast, lediglich statt nur, vorhanden statt da, gegenwärtig statt jetzt, indessen statt doch?") Warum setzt man an die Stelle unsrer hübschen, leichten Prä­positionen von, mit, bei, ohne schleppende Ungetüme wie seitens, ver­mittelst, anläßlich, ausschließlich? Warum umschreibt mau alle einfachen Zeitwörter durch umständliche Redensarten mit bringen, kommen und ge­langen, warum wird alles zur Darstellung gebracht und zur Ausfüh-

Indessen ist jctzt seinstcs Modewvrt; es hat die andern Adversativpartilelu alle drängt. Man achte nur einmal darauf!