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Schwarzes Biet
Werden die geplante Verfassungsreviswu nicht kriegen. Anders als mit dem Reiche steht es mit Preußen, das sich einer Kartellmehrheit erfreut und daher ohne Zweifel mit dem sächsischen Vereinsgesetz beglückt werden wird.
Es wäre nicht wahr, daß die „klassischen" Philologen mit ihrer Cäsar- und Ciceroübersetzerei und dem elenden Exerzitienschwindel immer noch unser Deutsch verhunzten? Folgender jämmerliche lauge Krüppel von Satz ist vor kurzem den Untertertianern eines Realgymnasiums in einem Pensum diktirt worden: „Wsar erklärte, obgleich er überzeugt war, daß er diese Erlaubnis nicht geben dürfe, dennoch, damit die Helveticr ihn nicht angriffen, bevor die Soldaten, welche, wie wir oben gezeigt haben, er gefordert hatte, zusammengekommen wären, den Gesandten, daß er nicht antworten würde." Das sind die Erfolge des löblichen Bemühens, jede Unterrichtsstunde zu einer deutschen zu machen!
Ein hübsches Seitenstück dazu hat übrigens in einem Sedcmaktns ein ordentlicher wissenschaftlicher Lehrer am Johanneum in Hamburg geliefert, indem er eine „des Gedenktags würdige Festrede" (so meinen wenigstens die Hamburger Nachrichten) über griechische (!) Musik hielt, „in deren Verlauf er cmch des Marathon- nnd sdesj Salamisfestes gedachte." Ach dn schöne Wissenschaft! Nur so weiter!
Aus deu Reiseprüfnngsarbeiten für bairische Gymnasien 1894 liegt nns der gedruckte Text des „französischen Stils" vor, allem Anschein nach eine sogenannte Verdeutschung aus Thiers. Folgendes Deutsch wird den Kandidaten zum Übersetzen ins Französische gegeben:
„Wie jener (nämlich: Hannibal) schon als ein(!) nennjähriger Knabe seinem Bater Hamilkar einen ewigen und unversöhnlichen Haß dem(!) stolzen Rom geschworen hatte, so war Napoleon u. s. w." (darauf folgt ein Satzungehener von zehn Zeilen).
Wenn sich eine Oberschulbehörde derartiges leistet, was dürfe» sich danu die bnirischeu Primaner in ihren Aufsätzen erlauben?
In der Aloerthalle in Leipzig wurden während dieser Messe lebende Bilder vorgeführt. Unter den Künstlern, nach deren Werken sie gestellt wurden (Begas, Defrcgger, Thumann u. a.), war auch der Künstler Milo; eine Nummer des Programms lautete nämlich: Venns, von Milo. Welcher Milo ist das? Es wird doch nicht Milo der Krotoniate sein?
Für die Redaktion verantwortlich: Johannes Gruuow in Leipzig Verlag von Fr. Wilh. Gruuow in Leipzig. — Druck von Carl Marquart in Leipzig
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