Steuern und ^timmrecht
it dem 1. April des nächsten Jahres tritt in Prenßen eine Erfindung des königlichen Hoffinanzkünstlers in Kraft, die man Steuerreform benannt hat, was insofern nicht ganz richtig ist. als man mit dem Worte Reform meist den Begriff einer gründlichen Besserung verbindet. Die preußischen Städte rüsten sich bereits die Segnungen dieser neuen Einrichtung würdig zu empfangen. Sie bereiten zu diesem Zwecke, teils infolge höherer Erleuchtung durch chreu Herrn und Meister, teils auf Antrieb ihrer eignen schöpferischen Phantasie, eme ganze Blütenlese neuer Steuern vor. als da sind Klavier-, Fahrrad-, Pserde- und Wage»-. Dienstboten- und was weiß ich sonst noch für Steuern. Alle diese neuen Vesteuernngsgelüste scheinen ihre Quelle iu dem Triebe zu haben, zur Deckung der Gemeindcbedürsnisse möglichst stark die Lcnte heranzuziehen, die das meiste Geld haben. Denn arme Leute pflegen sich von den Dingen, die da neu besteuert werden sollen, nur das unentbehrlichste anznschaffcn. Das Bestreben, den größten Teil der Steuerlasten auf die stärksten Schultern abzuwälzen, ist nun gewiß recht löblich, wenn es auch von dem ..ehrlichen Makler.^ der gegenwärtig Preußens Geldgeschäfte besorgt, nicht eben wr xl^ ist, da,z er alle Unannehmlichkeiten eiuer solchen Verteilung der Lasten den Gemeinden zuschiebt. Trotz dieses kleinen Anflugs von Hinterlist, den nuu emmal alle Werke dieses bewährten Finanzgenies tragen, könnte man sich mit der Reform- bcheuerung vertraut machen, wenn man nur die Gewißheit hätte, daß sie nicht gerade den Lnxns trifft, bei dem man im Zweifel ist, wie weit er sich nicht schon in ein unentbehrliches Bedürfnis verwandelt hat, während sie die aller- "berflüssigste Verschwendung frei ausgehen läßt.
Da ist ein Beamter mit 5000 Mark Einkommen und sünf unmündigen Kindern. Der hält sich, um seiner Frau die Hausarbeit einigermaßen erträglich
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