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Der Apoll von Belvedere
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Malergeschichten

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auf ihrem Postamente steht, sodaß das Gesicht im Dreiviertelprofil gesehen wird und der linke Fuß mit der Spitze ebenso nach rechts in der Diagonale der Basis gestellt ist, wie beim Apollo nach links. Stellt man dann den Apoll rechts, die Artemis links auf, so erhalten wir die schönste Entsprechung. Doch würde die Wirkung anch dieselbe sein, wenn man sie ihre Plätze vertauschen ließe; das Anstürmen gegen einen gemeinschaftlichen Feind kommt so wie so zum Ausdruck: bei der ersten Aufstellung mehr in der Richtung des Schrittes, bei der zweiten mehr in der des Blickes. Dagegen kann ich mich zu Over- becks delphischer Gruppe jetzt so wenig wie früher entschließen, schon deswegen nicht, weil die drei Figuren in der vorgeschlagnen Aufstellung und Richtung im nächsten Augenblick unfehlbar einander über den Haufen rennen müssen.

Auf die Frage nach der Entstehungszeit beider Statueu, des Apollo und der Artemis Winter, Furtwüngler u. a. weisen sie jetzt dem vierten Jahr­hundert zu, Overbeck und Helbig dem dritten, will ich mich an dieser Stelle nicht einlassen; um so weniger, als ich für die beneidenswerte Sicherheit, mit der die heutige Archäologie Meister und Schulen bis aufs Tüpfelchen zu cha- rakterisiren und ihnen die Schätze unsrer Museen als Werke zuzuschreiben weiß, kein Verständnis habe.

Zürich Hugo Bliimner

Malergeschichten

aus Mignons ^kizzenbuche

2. Der Ulmer Meyer

ünchen, Georgenstraße 5 so stand aus dem Papier in meiner Hand.

Ja wenn hier nur Häuser wären! Aber hier ist ein Kohl­garten, hier sind Salatköpfe, ein Bretterzaun, Steinhaufen, Pfützen. Da hinten sind allerdings einige unverschämt auf­geschossene Kasernenhäuser mit Heller Tünche, aber das kann doch nicht die Georgenstraße sein! So wollte ich meine Seele beschwichtigen, denn sie war des Suchens müde und hätte sich lieber wie Nebukaduezar am Grünen geweidet, als so ins Ungewisse eine Spur zu verfolgen. Aber der sittliche Mut blieb Sieger. Ich überwand Steinhaufen und Pfützen und stand endlich vor einer Hausthür, die zwar noch keine Nummer, aber dafür die Anzeige trug , daß° das. was hier verschenkt würde, Löwenbräu sei. Mau horte auch die soliden Stimmen von Maurern drin in der Wirtsstube, und «m Bierschnlter wurden Krüge ab- uud zugetragen.