Gin (Lhrensold zum eisernen Kreuz?
m 5. August ging von Karlsruhe aus folgende Nachricht durch die Zeitungen: „Der Bund der Ritter des eisernen Krenzes hielt heute eine Delegirtenversammlung ab. 41 Vereine mit 700V Mitgliedern waren vertreten. In der Ehrensvldfrage beschloß die Versammlung ein Jmmediatgesuch an den Kaiser zu senden, worin diesem die Frage überlassen wird, und zugleich eine Petition an den Reichstag zu richten, die vom Kaiser bestimmte Summe zu bewilligen. Der Jahresbeitrag wurde auf 25 Pfennige festgesetzt. Die Gründung eines Vereinsorgans wurde abgelehnt. Vegrüßungstelegrainme wurden an den Kaiser, den Großherzog und den Fürsten Bismarck abgesendet. Am Nachmittag fand ein Festmahl und abends findet ein Bankett in der Festhallc statt."
Der Kernpunkt dieser Mitteilung, daß von den hier „vertretnen" Inhabern des eisernen Krenzes ein Ehrensold erbeten wird, dürfte wohl bei vielen Lesern Befremden erregt haben, die von dieser Vereinsbestrebung bisher nichts gehört hatten, namentlich bei solchen, die selbst das eiserne Kreuz haben, aber ohne diesem Bunde oder einem seiner Vereine anzugehören. Zu diesen gehört der Verfasser dieser Zeilen. Er hält es für seine Pflicht, es öffentlich auszusprechen — und er weiß sich darin mit vielen eins —, daß nicht alle Inhaber dieses Kriegsordens das Begehren nach einem Ehrensolde teilen, ja daß nicht wenige von ihnen erstauut darüber sind, daß ein solcher Wunsch zuerst aus dem Kreise der Inhaber des Kreuzes selbst laut wird uud uun an Kaiser und Reichstag ') gerichtet werden soll.
*) An den Reichstag allein hatte man sich in dieser Sache schon zweimal gewendet. Er hatte die Gesuche um einen Ehrensold im Jahre 18N2 den Regierungen „znr Erwägung" übergeben, im Jahre 1893 ist er nach gründlicherer Prüfung über sie zur Tagesordnung übergegangen.
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