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Die unpersönliche Dichtkunst. 2
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Malergeschichteu

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Von der urteilslosen Provinzpresfc unserm Volke fort und fort als bedeutende Schöpfungen unsrer Litteratur angepriesen! Da ist es kein Wunder, wenn sich das Volk bei der Beurteilung von Kunstwerken nicht mehr auf seine gesunde Empfindung verläßt, sondern auf Schlagwörter schwört. Freilich, ehe unser Geistesleben nicht vom französischen und vom jüdischen Einfluß freigemacht ist, eher wird unser Volksgefühl nicht wieder stark und gesund werden. Und gegenwärtig ist es krank, so krank, daß man fast glauben möchte, es läge im Sterben.

Das deutsche Reich war noch nicht lange gegründet, da gründete man in Berlin auch einDeutsches Theater." Über deu gutherzigen Einfall, den Deutscheu eiu Nationaltheater zu verschaffen, da wir Deutsche noch keine Nation sind! Ich rede nicht von der politischen Verfassung, sondern bloß von dem sittlichen Charakter. Fast sollte man sagen, dieser sei: keinen eignen haben zu wollen. Wir sind noch immer die geschwornen Nachahmer alles Auslän­dischen. Nicht wahr, lieber Leser, den letzten vier Sätzen sieht mans nicht an, daß sie vor 125 Jahren geschrieben sind? Sie passen ganz gut in den Zusammenhang.

An Friedrichs des Großen Kampf gegen den österreichischen Einfluß in Deutschland knüpfte der Erbe seines Geistes, Fürst Bismarck, die deutsche Politik, die zur Einheit unsers Volkes führte. Gleichzeitig mit Friedrich dem Großen kämpfte der deutscheste unsrer Dichter seinen volkstümlichen Kampf gegen alles uudeutsche Wesen in der Dichtkunst. An ihn muß die Dichtkunst unsrer Tage wieder anknüpfen, wenn sie dem deutschen Volk einen sittlichen Charakter geben will, der es in den Stand setzt, den Wert eines Kunstwerks »icht aus dein elenden Geschwätz der Zeitungen, sondern aus eigner Empfin­dung heraus zu beurteilen.

Malergeschichten

aus AMgnons Skizzenbuche

^. Adam und Lva

origen Oktober war bei Lepke eine Auktion: Kunftgegenständc, Schmnckgegenstände, Sachen aus dem Nachlaß eines Reichen.

Ein junger Mann bot ans ein Bild. Es war ungcrahmt und etwas verwaschen, wie mir schien. Es wurde ihm zuge­schlagen. Er stand in meiner Nähe und schien mir erregt wäh­rend des kurzen Vorgangs.

Grenzboten III 1894 54