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Wandlungen des Ich im Zeitenstrome
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Aus dein Pariser Salon

wohl in ganz Niederschlesien gelesen wurde. Die Frau Nachbarin setzte dann ihre Nasenqnetsche auf und las vor, sehr langsam, getragen und vernehmlich; die Hauptsache war die Nomanfortsetzung, selbstverständlich stets eine herzbrechende Liebesgeschichte. Übrigens wußte die Frau auch viel Geschichten zu erzählen, namentlich gruselige. Einmal erzählte sie von einer Tenfelserscheinung. Ich hatte bis dahin von Furcht vor dunkeln Machten noch nichts gewußt; an jenem Tage aber, als ich in der Dunkelheit nach Hause ging, bin ich vor Angst gerannt wie besessen; ich wagte mich nicht umzusehen nach dem Teufel, den ich hinter mir spürte. Doch habe ich diesen Unsinn schnell überwunden und mich nicht im mindesten gefürchtet, als ich einige Zeit später in einer Kammer allein schlafen mußte.

(Schluß folgt)

Aus dem pariser ^alon

n welcher köstlichen Zeit leben wir doch! Sie wissen, ich liebe die Kunst. Nun, denken Sie: in dem Zeitraum von einer Woche habe ich die beiden diesjährigen Salons nnd noch einige andre kleinere Ausstellungen besucht und habe mir so gegen fünftausend Werke der bildenden Kunst ansehen können, Werke ganz moderner Kunst, von denen die große Mehrzahl in der Zeit von einein Salon zum andern erst entstanden ist. Welcher Segen! Welche Ernte! Ja, die Kunst blüht hier aus alleu Ecken uud Winkeln heraus. Nichts bleibt ihr fern. Nichts wider­steht ihr. Alles umschlingt sie, durchdringt sie. Alles leistet sie sich. Alles und jedes ergreift sie. Alles macht sie, wie wir so schön sagen, zu ihrem Vorwurf," und jeden macht sie zu ihremSujet." Vorgestern hatte sie es auf Sardanapal und Cäsar abgesehen. Gestern hatte sie es auf Christus oder Faust gemünzt. Morgen wird Navachol oder General X ihr Opfer sein. Jetzt aber gerade ist es Parsifal und die Walküre. Ja,führende Geister" find in diesem Jahre dem Beispiele der hiesigen Großen Oper fast auf dem Fnße gefolgt und haben nun auch ihrerseits die bildende Kunst flugs eingestellt jn, das Zeichen Richard Wagners. Wie sich nnn die Gestalten der Wagnerschen Kunst in den Köpfen dieser Maler wiederspiegeln, das will ich an ein paar Beispielen zeigen.

Da hat zunächst Herr Gaston Vussiöre ein I^u, Va-I^ris betiteltes Bild ausgestellt, das von der Wand des nach dem Triumphbogen zu gelegnen ttalon <ZM^ der als zweiter Ehrensaal der ganzen Ausstellung der vlmmxs