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Schwarzes Bret

Seele Philippinens, cils die zahlreichen Bildnisse von ihrem bezaubernden Äußern. Wirkliche Schönheit finden wir eigentlich nur in dem zweiten Porträt <S. 9), doch läßt auch dcis erste (S. 6) auf die liebliche Erscheinung des Mädchens schließen.

Das reich und schön ausgestattete Werk wird für den Kulturhistoriker und den Kunsthistoriker sicher von Interesse sein, wird aber mich dein Bücherschatz jeder gebildeten dentschen Fran zur Zierde gereichen.

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schwarzes Bret

In Nr. 3S9 desBerliner Tageblatt," wie es sich selbst deklinirt, ist in durchschossenem Druck zu lesen:

Als tapfre Journalistin hat sich am Tage des ersten der jüngsten Erdbeben in Kon­stantinopel die Frau unsers Korrespondenten in der türkischen Hauptstadt erwiesen. Unser Korrespondent hatte sich, eiuer Einladung des Königs von Serbien folgend, demselben auf seiner Rückreise bis Nisch angeschlossen und war so uon Konstantinopel abwesend. Im Augen­blick des Erdbebens befand sich die Gattin unsers Korrespondenten gerade in dem Bazar, dem am härtesten mitgenommnen Punkte von Konstantinopel, sie hatte einige fremde Damen dort­hin begleitet. Zwischen zusammenstürzenden Mauern, brechenden Säulen, über die zu Boden geworsnen und zertrctnen Menschen hinweg wurde die Dame durch die unförmig gewordne Menge zum Bazar hinaus wie in einem Strom getragen. Während alles nnr auf die eigne Sicherung bedacht war, hatte die mutige Kollegin nur einen Gedanken: die Nachricht alsbald als die erste in unser Blatt' zu bringen. Sie arbeitete sich bis zum nächsten Telegraphenamte durch, wählte mit richtiger Überlegung für ihre Depesche den Kabelweg über Odessa, und so gelang es ihr, die Meldung so rasch befördert zu erhalten, daß sie noch rechtzeitig für unsre nächste Morgenzeitung eintraf und die erste Nachricht des schrecklichen Ereignisses im Ber­liner Tageblatt erfolgen konnte. Glänzender konnte der Berns der Frauen zum Journalismus nicht bewiesen werden."

Geschmackloser konnte der Beruf zum Journalismus überhaupt nicht begründet werden. Hoffentlich ist die Zahl der Kollegen nicht allzu gering, die es sich nachdrücklichst verbitten, daß das Kennzeichen eines tüchtigen Journalisten darin gesucht wird, wie rasch er unter schwie­rigen Verhältnissen den Weg znm nächsten Telegraphenamte findet. Die Handwerker vom Berliner Tageblatt mag man immerhin nach diesem äußerlichen Maßstabe beurteilen, da man einen höhern an ihre Leistungen nicht wohl anlegen kann.

Dieses erleuchtete Orgau der hauptstädtischen Bildung scheint überhaupt einen Freibrief für Geschmacklosigkeit zu haben. Bei der Ankunft des Majors v. Wißmann in Berlin be­mäntelt es sein Bedürfnis nachsensationellen" Nachrichten durch folgende dummdreiste Phrase (Nr. 366, Abendausgabe von Sonnabend den 21. Juli):

Da haben wir es denn als eine Ehrenpflicht betrachtet, den hochverdienten Asrikakämpfer und Forscher in der Heimat persönlich unsern Willkommensgruß zu entbieten und nns durch Augenschein von seinem Befinden zu überzeugen. Wir haben zu diesem Behufe einen unsrer Kollegen in das Hotel Bristol entsandt, welcher von dem Major v. Wißmann auch sofort in seiner liebenswürdigen Weise empfangen wurde."

Daß doch gewisse Leute gerade das für ihre Pflicht halten, wozu sie ihrer Natur nach am wenigsten Beruf haben!

Für die Redaktion verantwortlich: Johannes Gruuow in Leipzig Verlag von Fr. Wilh. Grunow in Leipzig. Druck von Carl Marquart in Leipzig