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Der Achtstundentag in der Wirklichkeit
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Unentgeltliche Rechtsbelehrung

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auf England beschränkten Ausdehnung des Achtstundentags Gefahr laufen möchte, seine wirtschaftliche Überlegenheit über die andern Nationen einzubüßen. Dieses Bedenken ist zwar jederzeit in jedem Lande erhoben worden, so oft es sich um soziale Fortschritte, insbesondre um die Verminderung der Arbeitszeit und Erhöhung der Löhue gehandelt hat, und jedesmal noch hat es sich, nament­lich auch in England, als unbegründet erwiesen. Eben jetzt, wo es sich darum handelt, in Deutschland endlich mit Ausführung des Gesetzes über die Sonn­tagsruhe Ernst zu machen, kann man bei uns wieder dieselben Kassandrarufe von allen Seiten erschallen hören. Gewiß ist zuzugeben, daß für jede Industrie durch die Verhältnisse selbst eine Grenze gegeben ist, unter die in der Ver­kürzung der Arbeitszeit ohne Schaden für Unternehmer und Arbeiter nicht herabgegangen werden darf, und erst ein gleichzeitiges internationales Vor­gehen würde die einsichtigen und wohlmeinenden Unternehmer in den Stand setzen, mit der sichern Aussicht auf Gelingen an so große Reformen heran­zutreten. Dies aber vorausgesetzt, hören wir auch von englischen Unternehmern, daß sie eine allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit als einen Gewinn für die Humanität begrüßen würden. Der Natnr der Sache nach ist freilich von der Gesetzgebung wenig oder nichts zu erwarten, wenn sie sich wirklich die Re­gelung der Arbeitszeit an Werktagen zn Gunsten der erwachsenen männlichen Arbeiter jemals zum Ziele setzen wollte. Aus demselben Grunde würden auch internationale Verabredungen der Regierungen nur von akademischem Interesse sein. Vielleicht hat die Weisheit der Vorsehung einen Teil von jener Kraft, die stets das Böse will uud stets das Gute schafft, dazu bestimmt, in dieser Beziehung der mangelnden Einsicht oder dem mangelnden Willen mancher Unter­nehmer in dem ganzen Umkreis der Kulturucitionen nachzuhelfen. Hätte die «internationale vvlkerbefreiende Svzialdemokratic" darin Erfolge aufzuweisen, so wären sie ihr weder vom Standpunkte einer vernünftigen Volkswirtschaft, noch von dem der Menschenfreundlichkeit zu mißgönnen.

Unentgeltliche Rechtsbelehrung

von «arl Lothar wenz

or einiger Zeit ging durch die Tagesblätter eine Nachricht, wo­nach eine Petition der süddeutschen antisemitischen Reformpartei an einen mittelstaatlichen Landtag Unentgeltlichkeit der Rechts­belehrung bei den Gerichten an einem bestimmten Tage der ^ Woche verlangte. Man hat seitdem nichts wieder darüber ge- lesen oder gehört. Die Petition ist wohl, wie so viele, unbesehen und ungeprüft