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Schwarzes Bret

Der Verfasser ist einer Versuchung unterlegen, die wohl jedem Forscher naht, der sich jahrelang mit einer bedeutenden Persönlichkeit eingehend beschäftigt: seinen Helden für den Helden zu hnlteu. Viele werden ihn darum verspotten. Wir möchten unsre Hochachtung vor seinem ernsthaften Streben durch ernsthafte Wür­digung seines Buches beweisen, dem wir ein doppeltes Verdienst zusprechen. Es tritt mit inniger Wärme und edler Begeisterung für Ideale ein, die nahezu die unsrigen sind, und es erinnert die Lesewelt an einen Schriftsteller, der in der That nicht vergessen zu werden verdient. Gerade in einem Falle, wie dem Jean Pauls, wo große Geistcsschtttze in einer ungenießbaren und für den gewöhnlichen Leser un­durchdringlichen Hülle stecken, sind Blütenlesen gar nicht zu verachten. Neue Aus­gaben der gesamten Werke werden bei einem so bedeutenden Geiste durch das litteratnrgeschichtliche Interesse von Zeit zu Zeit immer wieder nötig; aber allge­meine Verbreitung und einen großen Leserkreis könnten sich nur einzelne Bücher Jean Pauls möglicherweise erringen, von denen also Sonderausgaben zu veranstalten wären; das wichtigste davon dürfte Levana, seine Erziehuugslehre sein.

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schwarzes Bret

Herr Professor Ludwig Pastor in Innsbruck, der Biograph Janssens und Fortsetzer von Janssens berüchtigter ultramontaner Geschichte des deutschen Volks, versendet an die deutschen Bibliotheken ein gedrucktes Verzeichnis der Schriften des Johannes CockMus, eines der hef­tigsten Gegner Luthers, das nicht weniger als 150 Nummern umfaßt, und bittet, ihm die in den Bibliotheken vorhandnenzu markiren, ev. solche, die das Verzeichnis nicht enthält, gütigst hinzuzufügen" und ihm dann das Verzeichnis zurückzusenden.

Wieviel Bibliotheken in protestantischen Landen werden wohl die wissenschaftliche Un­parteilichkeit so weit treiben, dem Herrn Professor diesen Wunsch zu erfüllen?

In den Leipziger Neuesten Nachrichten vom 21. Juli berichtet Herr Dr. Paul Simon über das erste Konzert eines neugegrüudeten GesangvereinsMusaget." Gleich zu Anfange heißt es:Mendelssohns Ouvertüre »Fingalshöhle,« für Pianofvrte (vierhändig), das Er- öffnungsstück des Abends, wurde von den Herren Emil Wagner und Hermann Durra in sehr sauberer, glatter Weise vorgetragen. Doch wäre wohl die berühmte Hebridcu-Ouverture, weil in ihr die gestaltende Kraft musikalisch-reizvoller Naturschilderung mehr hervortritt, vorzuziehen gewesen. Auch Richard Wagner sogar, welcher Mendelssohns Kompositionen wechselnden Farben- und Formenreiz des Kaleidoskops und feinsinnige Ausführung episch-landschaftlicher Bilder zugestand, hielt diese Ouvertüre für eines der schönsten Musikstücke."

Dieser LeipzigerDoktor" und Musikkritiker halt also Mendelssohns Ouvertüre zu Fingals Höhle oder zu den Hebriden für zwei verschiedue Werke! Und dazu diese Logik in dem Relativsatze!

Weiter heißt es dann: Dasedelschöne" Terzett aus demElias,"über dem der Geist Händels schwebt, fand eine musikalisch-sichere, anerkennenswerte Wiedergabe." Weiter:Mendels­sohns vorherrschend lyrisch angelegte Natur wurzelte im Boden phantastischer Romantik, deren Meister Karl Maria von Weber und deren mondbeglänzte, sinuberückende Zaubermacht auch ihm es angethan hatte." Weiter:Fräulein Böttcher hatte sich deü tief-seelischen Gehalt der Konzertarie in 1Z-<Iur völlig zu eigen gemacht und verhalf demselben mit ihrem sehr sympa­thischen, wohllautenden Organ zu beisallswürdigster Geltung." Weiter:Der Chor des »Musaget,« numerisch zwar klein, doch über ein ganz acceptables Stimmmaterial verfügend,