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Maßgebliches und Unmaßgebliches
Sie sah ihn an und schwieg. Er schlug die Augen nieder.
Ich hätte es vielleicht sollen, sagte sie dann traurig, aber ich — konnte nicht, ich fürchtete mich. Ich hätte ihn doch ansehen müssen. Auch meine ich, auf der Straße spricht man nicht von solchen Dingen. Ich hätte ihn mir ja zu morgen hierher bitten können. Aber schließlich — diesen letzten Liebesdienst kannst du mir doch wohl noch erweisen, denk ich —
Letzten Liebesdienst — wie das klingt! Dummes Mädel! Rede nicht so romanhaft. Komm — er nahm sie in den Arm und wiegte sie hin und her. Komm, sei gescheit.
Sie schwieg und rührte sich nicht, lehnte auch nicht den Kopf an seine Schulter.
Na, also, fuhr er fort, wir werden das machen, und die Geschichte wird sich zur Zufriedenheit — er liebt dich ja doch —
Sie preßte die Hände vors Gesicht und weinte bitterlich.
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Bennigsen. In den letzten Wochen hat Rudolf von Bennigsen seinen siebzigsten Geburtstag gefeiert. Unter den Kundgebungen, die zum Feste einliefen, ist wohl die bedeutsamste die des srühern Reichskanzlers, des Mannes, der zur That gemacht hat, was Bennigsen in Wort und Schrift als Ideal erstrebte. Er hat in seinem Glückwunsch Bennigsen als Mitarbeiter in dem Streben nach dem gemeinsamen Ziel anerkannt. Und mit Recht. Bennigsen hat sich in unausgesetzter, redlicher Arbeit bemüht, den Boden für eine nationale Einigung, für Beseitigung eines unfruchtbaren Partikularismus, für Erstarkung des deutscheu Nationalgefühls vorzubereiten. Seit den Tagen, wo er im hannvverschen Landtag von 1357 gegen die rückschrittliche, dein Ministerinn! dienende Mehrheit die frei und deutsch gesinnte Opposition führte, seit dem 19. Juli 1869, wo er mit hannöverschen und andern Männern die Versammlung abhielt, auf der „Preußens Initiative, diplomatische und militärische Führung und eine deutsche Zentrnlregierung unter Preußens Leitung" gefordert wurde, seit den Tagen des „deutscheu Nationalvereius" bis zum 17. November 1866, wo sich in dem Kampf um das Jndemnitätsgesetz die Geister schieden und die nationalliberale Partei, deren Anhänger die eben erst glänzend bewährte Politik des Grafen Bismarck zn unterstützen bereit waren, sich von der Fortschrittspartei abtrennte, und bis zu den Tagen, wo die neue Partei im konstitnirenden Reichstag nnd bei der Grundlegung der Reichsverfassnng, wie beim Ausbau des Bundes eine fruchtbare Thätigkeit entfaltete, hat sich Bennigsen als der redliche und unbestechliche Politiker gezeigt, der „in völliger Unabhängigkeit das Ganze stets über das Einzelne, das Heilsame und Erreichbare über die Parteiformel, die nationale Große des Gesamtvaterlnnds über alles stellte." Wie bei der Einfügung