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Von den Brettern, die die Welt bedeuten
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Von den Brettern, die die Welt bedeuten

vom Rhein

or einiger Zeitverlautete" wieder einmal etwas von neuer Ar­beit in der Gesetzesfabrik. Das heißt, es war eigentlich nichts neues: es hieß, es sollte endlich mit einem Theatergesetz Ernst gemacht werden. Das wird also wohl, nach frühern Erfah­rungen zu schließen, noch gute Weile haben. Aber die Zustünde der deutscheu Bühne sind derart, daß es sich schon verlohnt, zu untersucheu, wo die faulen Stellen sind. Mau gewinnt auf diese Weise zugleich ein Urteil darüber, was durch Gesetz gebessert werden kaun, und was nicht.

Denn das Gesetz ist allem Anschein nach auf eigentümlichen Wegen. Der Bearbeiter muß ein naher Verwandter der so schön gedachten lex Heinze sein, wenn er nicht gar der Vater dieses Entwurfs selbst ist. Jedenfalls verdiente er, Vorstand einer neuen Abteilung für Tugend uud Sittlichkeit im Kultus­ministerium zu werden. Man scheint wirklich mit dem neuen Gesetz vor allein die Absicht zu verfolgen, der Tugend der Bühnenkünstlerinnen auf die Strümpfe zu helfen. Es soll offenbar darauf zugeschnitten werden, alles zu beseitigen, was es Schauspielerinnen und Sängerinnen schwer macht, ihre Unschuld oder doch ihren guten Ruf zu bewahren. Das ist gewiß eine lobenswerte Absicht, aber ich weiß nicht: ich habe zu der polizeilich geschützten Tugend nur ein mäßiges Zutrauen. Ist denn auch die Tugend der Bühnenkünstlerinnen in größerer Gefahr, als die der Konfektionsdamen, Dienstboten nnd Fabrikmädchen? Wohl kaum. Wie unsre gesellschaftlichen Zustände geworden sind, ist jedes Mädchen, das den Schutz der Familie verlassen und sich auf eigne Füße stellen muß, sittlichen Gefahren ausgesetzt. Das ist bedauerlich, ob es dagegen aber einen wirksamern gesetzlichen Schutz giebt als das Strafgesetzbuch, darf man wohl bezweifeln. Kein Stand wird in der allgemeinen Achtung dadurch ge­hoben, daß man ihn unter Gesetze stellt, die offen oder versteckt Ausnahmen voil der sonst üblichen Rechtsprechung machen. Und sind Ausnahmegesetze schon auf politischem Gebiete bedenklich, wie viel mehr auf sittlichem! So lange es noch Bühnenkünstlerinnen giebt, die sich nicht verkaufen, sondern ehrlich ihr Brot verdienen und es giebt deren noch genug, trotz der eifrigen Be-