Verlorne Uräfte
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länger dulden. Daß die Frage eingehend geprüft werden wird, ist nach dem jüngsten Vorgehen des preußischen Justizministeriums wohl zu hoffen.
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Verlorne Kräfte
von Lharles Fink 2. Die Deutschamerikaner und die Arbeiterbewegung
bwohl im ersten Teile dieses Aufsatzes (Heft 7) gezeigt worden ist, daß die Besiedlung der ausgedehnten Prärien im Westen der Vereinigten Staaten von Nordamerika, die Entwicklung von Ackerbau und Industrie in diesem Teile des Landes während der beiden letzten Menschenalter und die siegreiche Verteidigung des Staatswesens in den Stunden der größten Gefahr uicht zum geringsten Teile deutscher Thatkraft und Ausdauer zu danken ist, so darf doch der politische Einfluß, den die Deutschamerikaner hierdurch gewonnen haben, nicht überschätzt werden. Im Verhältnis zu ihrer Gesamtzahl ist er nur gering; es sind immer nur wenige gewesen, die in dem öffentlichen Leben des Landes eine Rolle gespielt haben, nnd diese mußten jedesmal erst der Gleichgiltigkeit der großen Massen ihrer Landsleute ein Ende machen und sie zu energischem Handeln anspornen, wenn es galt, den Kampf mit der Bestechlichkeit nnd der Heuchelei aufzunehmen, oder zu verhüten, daß die Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten gänzlich in die Hände derer überging, die mit allen nur denkbaren Mitteln und Waffen den Einfluß der Deutschen bekämpfen. Denn die Deutschamerikaner raffen sich selten dazu auf, ihren Einfluß in politischer Beziehung überhaupt geltend zu machen. Im allgemeinen haben sie für politische Fragen wenig Interesse.*) Sie kannegießern höchstens ein wenig am Biertisch, treiben Kirchturmpolitik und vergessen darüber die großen Ziele, denen zuzustreben ihre Aufgabe seiu sollte. Die quvrollös allsuiMäes, wie der Franzose bezeichnend kleine Eifersüchteleien und Machenschaften nennt, bringen Neid und Zwietracht in ihre Reihen. Auch ein englischamerikanisches Sprichwort drückt diesen Hang der Deutscheu, sich gegenseitig zu bekämpfen und kleine Svnderinteresfen zu fördern, drastisch mit den Worten aus: „Wo drei Deutsche zusammen sind, gründen
Deshalb ist auch die Zahl der deutschen Zeitungeu, die politischen Einfluß haben — obwohl es deren mehrere Hundert in den Vereinigten Staaten giebt —, verschwindend klein.