Litteratur
95
M beachten wäre, daß manche deutsche Fürsten und Gemahlinnen deutscher Fürsten wlche Erwcrbscmstalten nicht bloß in ihrem eignen Lande besitzen, sondern auch in andern deutschen Ländern, wo sie nicht regieren.
Litteratur
Rutsche Ferienwanderungen. Schülerreisen als Auschauungsgänge in deutscher Landes- u»d Volkskunde vvn Ottv Wilhelm Beyer. Leipzig, Gevrg Reichardls Verlag, 1894
Aus einer warmen Vaterlandsliebe, deren Kundgebung in der Einleitung dieses Luches vvn vornherein dnrch ihren Gedankenreichtum fesselt, fließen hier wohldurchdachte Vorschläge eines Jugend- und Naturfreundes. Die Liebe zu unserm deutschen Laud und den Stolz darauf zu Pflege«, genügt allerdings weder der landeskundliche Unterricht noch die paar Schulhefte mit ihren patriotischen Gesängen und Reden. Besonders nicht der Unterricht, für den Zeit wie Mittel zn spärlich ^'messen find, und für den nicht alle Lehrer, wie tüchtig sie sonst auch sein mögen, Fähigkeit mitbringen, zu fesseln, ja zn begeistern, ohne die kein Nutzen ersprießt. ^ klingt ebenso einfach wie überzeugend: was in unserm Vaterlande erhebend, ve- ö^lfternd wirkt, soll auf eignen Wanderungen und Reisen aufgesucht werden. „Du "'ligst die mittelalterliche Herrlichkeit der Wartburg im Unterricht mit noch so lebhaften Farben schildern, weit tiefer wird doch der Eindruck sein, wenn du deine ^"aben diese Herrlichkeit mit eignen Augen schauen, sie sich die Seele vollsangen '"Nest an diesem Kleinod deutscher Kunst." Das Schemntische und Lückenhafte des Unterrichts nach Büchern, das rasche Verfliegen der Eindrücke der Schulfeste, beides vird dabei vermieden, gewonnen wird das Unvergeßliche und Echte der Eindrücke s!! ^em gesteigerten Erleben des Wnnderns. Wir erachten es, mit dem Verfasser, lur keinen unbedeutenden Nebenvorteil, daß auf vaterländischen Wandernngen die fugend tief in das eigne Volkstnm eingetaucht wird, statt über den Wert fremden ^vlkstnms hochmütig zu Gericht zu sitzen, und erinnern an Zahns Preis des ^">"N"uenwanderns, das schlummernde Tugenden erweckt: Mitgefühl, Teilnahme, ^Weingeist uud Menschenliebe, „weil aus dem fröhlichen Zusammenleben der äugend der Keim der Leutseligkeit in die Welt getragen wird."
Wie nun diese Wanderungen anzustellen, wie Schul- und Schttlerreisen zu s ^Heiden sind, wie aus ihnen durch wohlbedachte Wahl der Ziele ein Anschauungs- lrsns in deutscher Land- und Volkskunde hervorgehen muß, lese man in dem Büch- aut"'L^vst nach, das neben oder vielmehr zu den Hauptsachen soviel schönes und bild ^""^ ^ Erfahrung des Wandrers geschöpftes über den erziehenden und »us^ ' des Naturgenusses und überhaupt des Reifens, besonders auch in
lern Mittelgebirgen und Hügelländern im Gegensatz zu den Alpen, bringt, daß schi ^ ^und der Jngend ohne Genuß lesen wird. Möge dem Verfasser be- zu s? ^ Vorschläge und Pläne, die er hier vorlegt, praktisch verwirklicht i"M, mögen durch ihn viele dazu angeleitet werden, den tiefen Sinn des