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Robert Schumann und Vesque von Püttlingen
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Der grüne Heinrich

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Krankheit raubte ihm das Gedächtnis, und allmählich umnachtete sich sein Heller Geist. Wohl suchte er in der ihm auferlegten Unthätigkeit Trost in der Musik; aber bald versagte auch dieses Mittel: er erkannte die eignen Lieder nicht mehr. Am 29. Oktober 1883, im eiuuudachtzigsten Lebensjahre, nahm ihn ein fried­licher Tod hinweg.

Der grüne Heinrich

icht ganz vier Jahre nach dem Tode Gottfried Kellers, des Dichters, dessen Bedeutung so lange und so leidenschaftlich be- strittcn worden ist, um schließlich doch, etliche Fortschrittsphrasen­macher und etliche freundnachbarliche und landsmännische Neid­hammel abgerechnet, allseitig anerkannt zu werden, treten die beiden ersten Bände einer ausführlichen Lebensgcschichte von ihm: Gottfried Kellers Leben. Seine Briefe nnd Tagebücher. Von Jakob Baechtold (Berlin, Wilhelm Hertz) ans Licht. Da es sich um eine der üblich und beliebt ge- wordnen biographischen Darstellungen handelt, bei denen die Erzählung des Biographen nur einen dünnen Faden für die Aufreihuug der eignen Aufzeich­nungen und Bekenntnisse des Helden bildet (nur wo keine Briefe oder sonstige Aufzeichnungen vorhanden sind, wie in gewissen Abschnitten der Jugendzeit, nimmt der Biograph das Wort"), so hat die Hauptarbeit Baechtolds in der Zusammenbringuug der Briefe und der anderweitigen Lebenszeugnisse Kellers sowie in der Auswahl aus diesen bestanden. Das Material, das die beiden voll­endeten Bände (erster Band 181ö bis 1850; zweiter Band 1850 bis 1861) ent­halten, ist nun freilich viel mehr als bloßes Material, es spiegelt, wenigstens in seinem wichtigern Teil, treu und scharf ein Dichterleben wieder, in dem alles: Natnrcmlage, Jngendschicksal, Bildungsgeschichte, innere Neigung und äußere Er­fahrung, künstlerische Richtung und geistige Persönlichkeit, von größter Eigen­tümlichkeit war und blieb. Baechtold berichtet in dem Vorwort zum ersten Teil, Keller habe einmal gefunden, daß sich in die Lebensbeschreibungen unsrer Dichter im allgemeinen ein zu enthusiastischer Ton eingeschlichen habe, der die Solidität der Darstellung beeinträchtige. Deshalb strebt der Züricher Litterarhistoriker, der Welt ein wahres, ehrliches und schlichtes Buch über seinen großen Lands- "wnn zu geben und Gottfried Keller selbst reden zu lassen.Den ganzen Gott­fried Keller wird man erst aus seinen Briefen kennen lernen, und von diesen gilt der Hebbelsche Ausspruch: Niemand schreibt, der nicht seine Selbst­biographie schriebe, und dann am besten, wenn er am wenigsten darum weiß." Grenzboten III 1894 5