Gottfried August Bürger
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genannt worden. Ich kann das nicht finden, sondern sehe seine Reise für eine achtungswerte Leistung an.
Ich habe mich absichtlich bei diesen Angaben über den Tschadsee nur auf die äußern Daten beschränkt, da ich sonst über den Rahmen, den ich mir hier gezogen hatte, hätte hinausgehen müssen. Aus demselben Grunde habe ich auch die Ereignisse unbesprochen gelassen, die in letzter Zeit so viel Staub aufgewirbelt haben. Wenn etwas wahres daran ist, daß sich die jungen Herren Übergriffe erlaubt haben, so werden wirs wohl erfahren. Vorläufig nehme ich sie noch in Schutz und entgegne den Zeitungen, die Privatbriefe aufnehmen und ihnen ohne weiteres glaube», daß es auch unter den Schreibern dieser Briefe höchst bedenkliche Menschen giebt, und daß ich noch lange nicht jedem glaube, der mir, anscheinend voll sittlicher Entrüstung, haarsträubende Geschichten erzählt. Zum Glück sind die schlechten Elemente unter den Europäern, sowohl unter den Beamten wie unter den Kaufleuten, nicht in der Mehrzahl, ans keinen Fall werden sie imstande sein, die Entwicklung der Kolonie dauernd aufzuhalten.
Braunschweig R, M.
Gottfried August Bürger
Zu seinem hundertjährigen Todestage (5 den 8, Iuni Ü,?9H) Von Friedrich vüsel (Schluß)
n den letzten Jahren, seit Ulrich von Wilamvwitz-Moellendorf*) seine Verdeutschung des Hippolytos von Euripides veröffentlicht hat, ist die Frage nach dem Wesen und den Erfordernissen einer würdigen „Übersetzung" ungemein lebhaft und vielseitig behandelt worden. Da wurden alle die alten Streitmeinuungen des vorigen Jahrhunderts wieder lebendig und die Namen Luther, Voß, Wieland und Schlegel, in denen man wohl die Hauptvertreter der verschiedneu Übersetzungsarten sehen darf, hinüber und herüber leidenschaftlich ausgespielt. Bürgern ließ man in Ruhe; wohl weil man ihn durch Luther mitvertreten glaubte. Auch gähnte zwischen den feinsinnigen, verinnerlichten Forderungen, die der hellenisch gebildete Geist des neuen Übersetzers aufstellte, und der grobkörnigen Manier des wuchtigen Balladendichters eine gar zu weite Kluft. Der Bänkelsänger
*) Euripides Hippolytos. Griechisch und deutsch von Ulrich von Wilamowitz-Moellen- dorff. Berlin, 1891.