Kamerun und der Tschadsee
(Schlusz)
eben der Mission und mit demselben Rüstzeug wie sie, arbeitet die Schule. Nach dem letzten Berichte sind jetzt zwei Regierungsschulen vorhanden, jede von vier Klassen. In der Schule des Herrn Christaller saßen in der ersten Klasse 3 Schüler, in der zweiten 14 Schüler und 1 Schülerin, in der dritten 29 Schüler uud 3 Schülerinnen, in der vierten 30 Schüler und 7 Schülerinnen. In der Schule des Herrn Betz sind die entsprechenden Zahlen: 7, 8, 12, 16 (anscheinend keine Mädchen). Im Schulplcin weichen die beiden Schulen nur wenig von einander ab.
Ich zweifle nicht, daß die Duallakinder den Schnlplcm bewältigen, denn gescheit genug sind sie; ich kann mir aber sehr wohl denken, daß die Jungen oft schwänzen, und ich finde diese Annahme bestätigt durch die Angabe des Berichts, daß einige Häuptlinge die Lehrer in der Bestrafung unentschuldigter Versäumnisse unterstützen, andre nicht. In dieser Beziehung wird z. B. über den King Bell geklagt. Wenn die Jungen die Schule verlassen, möchten sie gern alle Lehrer werden, weil (wie es in dem Bericht heißt) der Lehrerberuf ihnen leichte Arbeit zu bringen scheint und die erwünschte Gelegenheit, den vornehmen Herrn zu spielen und Hosen anzuziehen. Sollte man es für möglich halten? Sie denken womöglich gar schon an den Oberlehrertitel! Wozu die Mädchen in die Schule gehen, wird nicht gesagt — hoffentlich nicht, um das Lehreriuuenexamen zu machen oder Medizin zu studiren.
Der Leser entschuldige, wenn ich mich eben über die Erfolge der Kameruner Schulen etwas lustig gemacht habe, ich wollte damit nur andeuten, daß ich die Zeit für die „deutsche Schule" in Afrika noch nicht für gekommen halte, ebenso wenig wie ich glaube, daß man aus einem Kamerunneger schon einen richtigen Christen machen kann. Was mir zunächst wichtiger erscheint, das ist die Aufgabe, den Neger zur Arbeit zu erziehen, und darin werden, so viel ich sehe, Fortschritte gemacht. Buchner meinte vor neun Jahren noch, das würde mit dem Kameruuneger nie gelingen, der wäre viel zu fanl und eingebildet; es scheint sich aber doch zu machen, denn vor einiger Zeit habe ich in einem Berichte gelesen, daß bei den Hasenbauten in Kamerun (Erd-