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Lorbeer : Erzählung :
(Fortsetzung)
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Schwarzes Bret

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indem ich dich heiratete? Ein Mädchen vhne Vermögen findet nicht leicht einen Mami, wie die Männer heutzutage sind. Aber du bist nun einmal in die Falle gegangen. Nun mußt dn aushalten. Deshalb sei nun aber auch auf deiner Hut! Wir haben es nicht leicht, durchzukommen, und du mußt dich mit den Menschen vorsehen. Komm! Sei gut!

Er erwiderte ihre Zärtlichkeit, aber behielt ihre Worte im Gedächtnis, sie waren ein Stachel für seine Empfindung.

Mittags fiel es ihm auf, daß Jaquenetta keinen Wein auf deu Tisch stellte. Sie selbst trank stets mir Wasser, aber er war an Wein gewöhnt. Er fragte sie deshalb, aber sie antwortete mit freundlicher Bestimmtheit, daß das Budget die Ausgabe für Wein uicht zulasse, uud daß der Wein nach ärzt­licher Ansicht auch uichts nahrhaftes habe.

(Fortsetzung folgt)

Schwarzes Bret

Die Konservative Korrespondenz bringt folgenden Erguß:

Die Hetze gegen die »Agrarier« wird in den zu Leipzig erscheinenden »Grenzboten,« die ehemals als eine vornehme »nd lesenswerte Wochenschrift galten, heute aber total verwahrlost und auf das denkbar tiefste Niveau gesunken sind, geradezu sportmäßig betrieben. Das Blatt veröffentlicht einzelne ihr zugesandte Aufsätze, die Vorschläge zur Beseitigung der landwirt­schaftlichen Notlage enthalten, und die freilich auf ganz kurivfe Weise gerade in die Hände der »Grenzboten« gelangt sein mögen. Um diese den »Agrariern« wohlwollenden Auseinander­setzungen abzuschwächen und in das Gegenteil zu verkehren, begleitet sie das genannte Wochen­blatt mit fortlausenden gehässigen Noten, die den Umfang des Artikels selbst fast erreichen. Es ist das ein Vorgehen, das bei einem halbwegs anständigen Publikationsorgan glücklicher­weise noch niemals beobachtet worden ist. Die »Greuzboten,« deren Leserkreis fortwährend sinkt, und die nm jede Vierteljahrswende um Abvuneuteu förmlich betteln, versuchen es eben seit einiger Zeit mit Seusativusmache. Sie hoffen, daß doch hier nnd da ein Leser für sie abfallen könnte, wenn ihr Name wenngleich nicht mit besondrer Achtung weuigsteus öffentlich genannt wird. Wir thun dem »notleidenden« Blatte hiermit den Gefallen nnd machen auf dessen hetzerisches Gebühren anfmerksam. Wir Wollen sogar, um den Charakter der Wochen­schrift zu kennzeichnen, eine kleine Leseprobe aus einer der erwähnten gehässigen Noten bei­bringen: »Es hat immer so heißt es iu Nr. 22 der »Grenzboten« Gutsbesitzer gegeben, die nach jeder guten Ernte geschrieen haben, sie gingen zn Grunde, und wäre es möglich, das Doppelte des heutigen Getreidepreises dauernd zu erzwingen, so würden die Führer des Bundes erst recht sortfahren zu schreien, denn sie nnd ihre Söhne würden das Doppelte im Mncao und auf der Rennbahn verspielen und noch weniger reichen als heute.« Man wird gestehen müssen, daß die »vornehmen« »Grenzboten« selbst den Herren Liebknecht und Richter in der Agrarierhetze »über« sind."

Wir wissen nicht, ob der Wahlverein der denlschen Konservativen, in dessen Austrag die Kor­respondenz herausgegeben wird, von diesem geschmackvollen Ausfall auf die Grenzboteu erbaut sein wird. Um unsre Leser, die mit den Verhältnissen unbekannt sind, zn unterrichten, teilen wir ihnen zunächst mit, daß verschiedne Parteien sogenannteKorrespondenzen" herausgeben, die an die Parteipresse versandt werden, mn ihr die Stimmung anzugeben, die die Parteileitung in gewissen Frageu verbreitet zu seheu wünscht. Sachlich haben wir zu bemerken, daß es uns Kcmz erwünscht war, anch solche Stimmen über die agrarischen Fragen in den Grenzboten zu