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Gottfried August Bürger : zu seinem hundertjährigen Todestage
(† den 8. Juni 1794)
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Lorbeer

er werde immer nur Gutes bescheren, und gegen Adelung verteidigt er die ästhetischen Ansprüche des sprachlichen Ausdrucks, indem er einer einsichts­vollen geistigen Aristokratie das freie Schvpferrecht bezeichnender Wörter und Wendungen zu wahren sucht.

(Schluß folgt)

Lorbeer

Erzählung von August Niemann

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a bist du also hinausgeworfen, gleich beim ersten Besuche vor die Thür gesetzt, sagte sich Herr Nestel, als er seinen Weg verfolgte. Du wirst klug thun, niemand deinen Titel als Hcmptmciun außer Dienst wissen zu lassen. Er scheint bei Ge­schäftsleuten wirklich zu diskreditiren. Freilich ist dieser Krügel ein ganz gemeiner Kerl, ein Lohnschreiber. Er hat keinen Begriff von hohen, idealen Zielen. Pfui! Aus der Dichtkunst ein Geschäft zu machen! Da schlügt ihm der Kellner in den Nacken. Nach seinen Briefen hätte ich ihn höher taxirt.

Er ging in seine Pension, zündete die Lampe an und starrte auf deu Zettel mit dem Worte Lorbeer.

Symbol der Freude, des Glücks, des Ruhms! sagte er. Trotz allem uud allem will ich dich hoch und heilig halten! Unseliger Geschäftsgeist, du ver­kaufst deu Lorbeer für das gemeine Metall, das jeder Krämer leichter verdient als der Dichter! Sollte ich es bereuen, das Schwert mit der Feder vertauscht zu haben? Wäre Cervantes berühmt, wenn er Soldat geblieben und General geworden wäre? Oder die Vegas, wenn sie sich begnügt hätten, zu Lande und zu Wasser für die spanische Krone den Degen zu führen? Und haben nicht auch in der neuesten Zeit Soldaten auf dem Felde der Litteratur Lor­beeren geerntet? Krügel, fahr zur Unterwelt! Ich steige nach oben!

Darauf vertiefte sich Herr Nestel in Gedankeu über seinen neuesten Roman, den er zur Hälfte geschrieben hatte. Es sollte ein symbolischer Roman werden, der das Ringen eines Idealisten mit der Welt darstellte. Er hatte mit Herrn Krügel darüber sprechen und diesen erfahrnen Litteratey nach dem geeignetsten Verleger sür das Buch srageu wollen. Aber leider hatte ja die Unterhaltung einen unerwünschten Verlauf genommen.

Indem er hierüber grübelte, empfand er plötzlich einen Schmerz in der