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Wir Demokraten
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Kamerun und der Tschadsee

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zu der Einsicht gelangt, daß jemand, der mir trinkt, um seinen Durst zu stillen oder wegen des Wohlgeschmacks, sich noch wenig über die Stufe des Tieres erhoben hat, daß Trinken, Vieltrinken, Zuvieltrinkeu ein Verdienst ist, ein um so größeres, je geringer der Genuß, und daß eine so wichtige An­gelegenheit auch mit der nötigen Würde, mit strenger Beobachtung der be­stehenden Gesetze betrieben werden muß. Es ist ein erhebendes Schauspiel, mit welchem Erust Leute, die uie eine höhere Schule besucht haben, den Kom­ment beobachten, Lässige cmeifern und zur Pünktlichkeit anhalten. Solche strenge Gewöhnung an Ordnung und gute Sitte in der Kneipe kommt ohne Zweifel dem jungen Mann in seiner ganzen Lebensführung zu gute; wem es zur andern Natur geworden ist, gewissenhaft zuzutrinken und nachzukommen, wenn ihm auch der Stoff schon widerstehen sollte, der wird ebenso im Geschüft keine Pflicht vernachlässigen, jede noch so unangenehme Arbeit willig verrichten. Zudem reißt die allgemeine Annahme des Bierkomments die alte Schranke zwischen dominos litter-M und iZ'uoti vollends nieder. Mit welcher Freude hörte ich einmal beim Vorübergehen an einer Herberge Handwerksgesellen (Ar­beiter" gab es damals noch nicht) nach der Weise desYg.?a geschmauset" singen: Eberle, beberle, polnische Male!

Dem entsprechend schwindet auch die Exklusivität im Weintrinken. Mit Recht sagt der Beamte, der Professor u. s. w.: Wir müssen dem Geldprotzen beweisen, daß wir ebenso wie er zum Dickthnn berechtigt sind. Daher lassen sie bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit die Pfropfen springen, und die guten Rhein- und Moselweine werden bald von dem einen und allei­nigen Champagner oder um den korrekten, wiewohl widersinnigen Ausdruck zu gebrauchen vomSekt" gänzlich verdrangt sein.

So macht die Gleichheit die erfreulichsten Fortschritte, indem alle auf­wärts, obenhinaus streben. Ja guter Hütten, auch iu diesem Jahrhundert ist es eine Lust zu leben, und mehr als in deiner Zeit der Reformation!

Kamerun und der Tschadsee

achdem am 15. März zwischen Deutschland und Frankreich ein Vertrag abgeschlossen worden ist, der das Schutzgebiet Kamerun in feste Grenzen bringt, ist eine Periode der Geschichte Kameruns zum Abschluß gekommen. Da liegt es nahe, auf diese Periode zurückzublicken. Dieser Rückblick wird hoffentlich das Vertrauen in dem Leser befestigen, daß sich unser Schutzgebiet kräftig weiter entwickeln wird, so wie es das bisher gethan hat.