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Litteratur
Seite
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Schwarzes Bret

ist sehr zweckmäßig. Die Paragraphen geben den allgemeinen Überblick und po­litisches Resümee, hänfig mit bewußter Vernachlässigung des historischen Details (vgl. z. B. den siebenjährigen Krieg), in gedrängter, teilweise poetischer Sprache, die Anmerkungen liefern breit das historische Material, fuhren manchmal vielleicht gar zn weitschweifig in die diplomatischen Verhandlungen ein und weisen zugleich die betreffende Litteratur nach. Trotz der Vielheit der Mitarbeiter ist das Buch nach einheitlichem Gesichtspunkt gearbeitet: es sucht überall das Thatsächliche aufzufiudeu und auf Grund dessen ein richtiges Urleil zu ermöglichen. Vor der redlichen Er­forschung der geschichtlichen Wahrheit müssen manche Vorurteile schwinden, manche Lvbsprüche verstummen. Man vergleiche besonders das nüchterne Urteil über Friedrichs des Großen reichsfeindliche Politik in feiuemFürstenbnud" und über seinenStaatsegoismus," das harte, aber gerechte Wort über Friedrich Wilhelms II. unwürdige Aufführung, aber anch über Friedrich Wilhelms III. unbedeutende Per­sönlichkeit und sei» mattherziges Schwanken gegenüber dem aufstrebenden Flügel­schlag der Seele eines nach Befreiung lechzenden Volles, sowie namentlich über den König Friedrich I. von Württemberg, der als ein selbstsüchtiger Rheinbund­despot geschildert wird trotz derRettungen" durch A. Pfister und Schloßberger.

Besonders ausführlich behandelt ist die Geschichte der Reformation, die der deutschen Einignug und die der Eiuzelstaate«. (Preußens, sowie der Mittel- uud Kleinstaaten).

Daß dunkle Punkte oder viclumstrittene Fragen nach dem neueste» Staude der Forschung dargestellt werden, ist selbstverständlich (so z. B. die Wallenfteiufrage oder die Untersuchungen über die Doppelehe Philipps von Hessen). Die in der Gesamt- nnordnung des Buchs begründete Übersichtlichkeit wird noch erhöht durch ein um­fangreiches, genaues Register. Die Ausstattung ist gut; der Druckfehler sind sehr wenige, was bei der Masse des verarbeiteten Stoffs etwas heißen will.

Für einen, der Geschichte studiren will nnd keine größern Quclleuwerke zur Hand hat, ist das Buch unentbehrlich.

Schwarzes Bret

Eines Tages hieß es habe Talleyrand sie aufgesucht, um sich von ihr, da er von ihrer Abreise gehört, zu verabschieden. Die Stael verneinte d i es, worauf Talleyraud ent- geguete: dem müsse doch so sein" u. s, w>Zn stolz, zur Stael zu gehen, ehe diese bei ihr gewesen, trafen sich die beiden Frauen erst durch die Vermittlung einer ihnen gemein­schaftlich bekannten Dame an einem dritten Orte." Die beiden Frauen, die zu stolz waren, der Frau v. Stael den ersten Besuch abzustatten, waren Karoline Pichlcr nnd die Stael selbst! Der Verfasser dieser und ähnlicher in der Neuen Freien Presse vom 23. Mai abgedruckten brillanten" Sätze nennt sich Eduard Wertheimer und gehört, wie es heißt, irgend einem Gymnasium in Österreich an, aber nicht als Schüler, sondern als Professor. Sollte vielleicht Böhmen die Ehre haben, so könnte man es einigermaßen begreiflich finden, das; dort die Ab­neigung, Deutsch zu lernen, zunimmt.

Gvthaifches Tageblatt vom 21. Mai: Pädagogisches Kränzchen. Dienstag, 24. Juli(?) im Propheten. Referat: Die Gliederung der Großstädte, besonders in schulischer Beziehung.

Für die Redaktion verantwortlich: Johannes Grunow in Leipzig Verlag von Fr. Wilh. Grunow in Leipzig Druck von Carl Marqnart in Leipzig