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Maßgebliches und Unmaßgebliches
> Nein. > ^ ^ ^ ^.^^.^^ ^
Ju Uniform konnten Sie eine Frau bekommen, die mehr Vermögen hatte, als der berühmteste Autor in Deutschland jemals verdienen kann. Aber entschuldigen Sie, ich habe noch dringende Arbeiten zu erledigen. Wir sprechen vielleicht ein andermal weiter über Litteratur, und —
Ich will Sie nicht länger stören, sagte Herr Nestel, indem er aufstand. Herr Hauptmann oder Herr Major, ich habe die Ehre!
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Renan und der Antisemitismus. Die gebildete Gesellschaft in Frankreich hat sich in letzter Zeit wieder sehr lebhaft mit Ernst Renan beschäftigt. Es lag dazu ein doppelter Anlaß vor. Erst die Gedächtnisrede, die in der französischen Akademie sein Nachfolger, Challeinel-Laevnr, ans ihn gehalten hat. Sodann das Erscheinen des fünften und letzten Bandes seiner „Geschichte des Volkes Israel." Die Zahl der Leute, die sich sür jede geistige Bewegung oder Strömung interessircn, ohne vielleicht an irgendeiner ernstlich Anteil zu nehmen, ist in Frankreich immer sehr groß gewesen. Der Reihe nach hat in den letzten Jahren Darwin das Leitmotiv der feinern Unterhaltung gebildet, dann Schopenhauer und Buddha, nach diesen Friedrich Nietzsche, neuerdings Herr Drnmont und der Antisemitismus. Keiu Wunder, daß man begierig war, was denn nun der Meister hebräischer Forschung in dem Schlnßbnude seines Werkes über das Judentum im ganzen und über seine weltgeschichtliche Stellung zu sagen habe. Und wie hätte man zweifeln sollen, über die interessanteste Seite der Frage durch eine» Kenner von unanfechtbarer Zuständigkeit belehrt uud aufgeklärt zu werden, wenn man Seite 227 las: „Rings um Israel flammte ein Kreis der leidenschaftlichsten Feindseligkeiten auf," und weun Renan dann im einzelnen erwähnt, daß dieser Judenhaß nicht nur in den griechischen Städten nnd in der römischen Welt, daß er auch in Kleinasien, in Ägypten, in Cyrenaika, ja selbst in den nichtjüdischeu Strichen von Palästina zu Tage getreten sei; wie er schließlich die, sich allerdings von selbst aufdrängende Bemerkung anknüpft: „Wenn eine Thatsache in dieser Weise überall und zu allen Zeiten sich offenkundig darstellt, so muß sie ihre tiefern Ursachen haben, welche es sich der Mühe verlohnt, näher zu untersuchen."
Renan hebt dies aber nur hervor, um die Untersuchung — andern zu überlassen. Und bei uäherm Zusehen können wir das kaum bedauern. Renan ist semitischer Philolog, Bibelkritiker und in einem hohen, den Ernst seiner wissenschaftlichen Leistung sehr gefährdende» Maße Litterat und Stilkttnstler. Er würde uns aufs geistreichste zn unterhalten wissen über den Koheleth und dessen sür das Zwiegespräch bei Kaffee und Cigarre so vergnügliche Weisheit, daß alles eitel sei, daß aber dieses Eitle doch auch seine manuichsachen, nicht zu verachtenden Reize habe. Für die Gedanken Gottes, die sich in den Geschicken eines in die Geschichte der Menschheit so wunderbar und so tief eingreifenden Volks kundgaben, bleibt eines solchen Mannes Herz und Sinn verschlossen.
Gelassen schreibt seine Feder hin, daß die Juden den leidenschaftlichsten Haß