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Die Kollegen in Intschede :
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Städten Verhandlungen vor höhern Gerichten über heimische Rechtsfülle, von denen natürlich häufig die Nede sei, gäben schon ein ganz gutes Bild von der Abstufung der Staatsgewalten, von der ein Städter in gleichem Alter keine Ahnung habe. Dr. Kornacker erbot sich, bei der nächsten Zusammenkunft diese Frage im Zusammenhange mit der nationalen Erziehung zu behandeln.

Ich bedaure lebhaft, diesen Abend nicht mehr genossen zu haben. Denn nachdem ich noch eine geraume Zeit in Jntschede zngebrcicht hatte, mußte ich doch endlich an die Abreise denken. Der Abschied von den in ihrer Mehrzahl trefflichen Menschen, die ich in dem kleinen Orte kennen gelernt habe, wurde mir nicht leicht. Ich habe denn auch fest versprechen müssen, bei einem nächsten Ansfluge an Jntschede nicht vorbeizufahren.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Nochmals Professor Natvrp. Zu den Äußerungen Professor Natorps über unser Verhältnis zur Sozialdemolrcitie werden wohl auch ein paar Einwen­dungen gestattet sein. Die sozialdemokratische Partei soll gezwungen sein, inter­national zu sein, weil das von ihr bekämpfte Kapital international ist. Diese Be­hauptung ist nicht neu, man begegnet ihr am häufigsten im Munde jüdischer Litte­raten, die sich den Massen als Wortführer aufdrängen. Leuten, die sich mit bewundernswerter Leichtigkeit heute dieser, morgen jener Nationalität anschmiegen, ist solche Logik natürlich, bei einem ernsten Gelehrten darf sie befremden. Wohl alle Reformbestrebungen, die heute die Welt bewegen, sind allen zivilisirten Nationen gemeinsam, ohne daß die Verfechter und Förderer deshalb die eigne Nationalität aufgäben. Das Verwerfliche des Internationalismus unsrer Svzialoemvlrateu be­steht aber darin, daß sie sich des Vaterlandsgcfühls eutäußern. Und zwar, was nicht zu oft wiederholt werden kann, ist dies nur bei deu Deutschen der Fall, Während ihre Bundesgenossen in andern Ländern nicht aufhören, Franzosen, Eng­länder, Slawen u. s. w. zu sein und sein zn wollen, wenn sie auch den Strei­kenden in Deutschland Geldmittel spenden. Der Internationalismus ist die nächste Brücke zum Anarchismus. Nicht gegendas neue deutsche Reich und dessen Politik" allein wühlen uusre Sozialdemokraten, sondern gegen ein deutsches Reich überhaupt!

Die Entscheidnng darüber, was eigentlich national, was dentsch sei, bleibt dein Gefühl überlassen"; gewiß, und wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdets nicht er­jagen, mit oder ohne noch so scharfsinnige und spitzfindige Erörterungen. Als die sozialistische Bewegung begann, standen die Führer und ihre Anhänger auf nationalem Boden, erst der Sieg der Marxscheu Grundsätze hat das Vaterlandsgefühl der Massen untergraben. Überhaupt vermissen wir die Unterscheidung zwischen Sozia­lismus uud Sozialdemokratie. Sozialistisch gesinnt ist gegenwärtig ohne Zweifel der beste Teil unsers Volkes, ohne deshalb die Zwecke und die Mittel der sozial­demokratischen Partei zu billigen. Natorp selbst deutet das durch die Art der Er-