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Henrik Ibsen:
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Eisenbahntarifreform

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der vergänglichen Erde zu den ewigen Sternen zu lenken und ihre Gedanken ans der trüben Wirklichkeit ins Reich der Ideale zu erheben, glauben unsre Modernen etwas gethan zu haben, wenn sie den Glauben in der Menschcn- brnst ersticken, die Sterne am Himmel anslöschen und die Ideale als Lügen verspotten.

Köln, I.«.

Lisenbahntarifreform

m Personen- wie im Güterverkehr sind die deutschen Eisenbahnen allmählich zu so viel Ausnahmebegünstignngen gedrängt worden, daß schon jetzt fast die Hälfte aller Reisenden und Güter zu Ausnahmesätzen befördert wird, ohne daß die Einnahmen der Eisenbahnen infolgedessen eine Einbuße erlitten hätten. Eher ist das Gegenteil der Fall. Daraus folgt, daß im Personen- wie im Güterverkehr ein Bedürfnis nach Tarifermäßigungen besteht, daß dieses Bedürfnis von den Eisenbahnen anerkannt wird und daß sie ohne Nachteile für sich in der Lage gewesen sind, es, wenn auch zunächst nur teilweise, zu befriedigen. Wie un­gesund und unhaltbar der gegenwärtige Zustand unsers Eisenbahntarifweseus ist, bei dessen längerer Fortdauer die Ausnahmen über kurz oder lang über­wiegen müssen, geht schon daraus hervor, daß die bestehende,? Ausnahmen zum großen Teil in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht zu schweren Bedenken Ver­anlassung geben. Dies gilt namentlich vom Personenverkehr, wo die bei Rück­fahrten, Bade- und Rundreisen gewährten Ermäßigungen ebenso wie das so­genannte Freigepäck in der Hauptsache der wohlhabendem Minderheit zu gute kommen. Dieser Erkenntnis können sich auch die Eisenbahuverwnltungen nicht Erschließen, und erst kürzlich ist im preußischen Landtag vom Minister Thielen die Notwendigkeit einer durchgreifenden Umgestaltung der Personentarife aus­drücklich anerkannt worden. Bedauerlicherweise ist die preußische Staatseisen­bahnverwaltung in einen Zustand der Abhängigkeit von der allgemeinen staat­lichen Finanzlage geraten, der sie nicht bloß zum eignen Schaden, sondern "uch zum Schaden des Landes ihren eigentlichen Aufgaben entfremdet und selbst grundlegende Reformen im Tarifwesen, die längst allgemein als unabweisbar anerkannt sind, verhindert, weil damit möglicherweise, wenn auch nur vorüber­gehend, eine Minderung der gegenwärtigen Überschüsse eintreten und das ohnehin schwer herzustellende Gleichgewicht des Staatshaushalts noch weiter gefährdet werden könnte. Die schwierige Lage des Leiters der preußischen Staatseisen- vahnverwaltung unter solchen Verhältnissen ist unverkennbar. Umsomehr muß Grenzboten II 1894 41