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Das Shakespearegeheimnis
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Henrik Ibsen

Gesellschafter); eben das, sagt man, schmeichle diesen Herren, weil sie selbst auch nichts gelernt hätten und sich doch zutrauten, bei lustigem Leben zu hohem Dichtcrruhm zu gelangen. Solche Leute, wenn es ihrer giebt, werden an dem Buche Bormanns keine Freude haben, vielleicht aber werden sie Nutzen daraus ziehen- Denn es ist voll von dem Gedanken, daß außer dichterischem Genius auch noch ernster sittlicher Charakter und reiches, umfassendes Wissen notwendig seien, um einen Dichter von Shakespeares Art zustande zu bringen. Ganz unnütz wird das Werk nur einer Sorte von Lesern sein: solchen, die weder an Bacon noch an Shakespeare Anteil nehmen.

Mir scheint übrigens dieses Buch von einem Dümon inspirirt zu sein, da es gerade in eine Zeit dichterischer Zerfahrenheit und Ratlosigkeit herein­platzt, wo doch wieder schwache Anfänge zur Realistik und Symbolik zu ver­spüren sind. Bacon könnte den Jungen, die nach dem Wahren und Tiefsinnigen streben, seine starke Hand bieten und ihnen die Fackel vorantragen. Er ist der wahre und der eigentliche Erläuterer des großen Realisten, Parabolikers und Symbolisten Shakespeare.

Leipzig Augnst Niemann

Henrik Ibsen

(Schluß)

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n den „Stützen der Gesellschaft" hatte der Dichter den Boden der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung untersucht, und dabei waren „arge Dinge, die reine Pfuscharbeit" ans Licht gekommen. Das folgende Stück führt zu einer Frage zurück, die, wie wir gesehen haben, schon in den ersten Dramen des Dichters auf­gerollt worden war, zu dem Problem der Ehe ohne Liebe. Wie der Konsul Bernick seiner Frau keinen Zutritt zu seinen innersten Gedanken gestattet und ihre teilnehmenden Fragen gelegentlich mit einem kühlen „Ach, liebe Betty, wie kann dich das interessiren?" zurückweist, so leben auch im „Puppenheim" oder, wie das Stück gewöhnlich nach seiner Heldin genannt wird, in der „Nora" die Gatten jeder sein eignes Leben. Der Mann betrachtet und behandelt sein „Eichkätzchen" wie ein Spielzeug, bei dem er weder Verständnis noch Interesse für seine Arbeiten und Gedanken voraussetzt, und ebenso wenig hält er es der Mühe wert, das Seelenleben seiner Puppe kennen zu lernen. Daraus erwächst der Konflikt. Die wie ein Kind verhätschelte, aber in ihrer Liebe zu jedem Opfer fähige Frau hat, um das Leben des kranken Mannes zu retten, hinter