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Blicke auf unser öffentliches Leben
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Das Shakespearegeheinmis

alles, was dazu dienen könnte, die Gegensätze auszugleichen? Man braucht dabei nicht gleich an das letzte preußische Volksschulgesetz zu denken. Auch der jetzige preußische Kultusminister beweist, wo es eben geht, seine Unfähigkeit, auf dem Gebiete der Kircheupolitik schöpferische Thaten zu thun. Man sehe sich nur folgende Äußerung an, die er am 1. März im Abgeordneten Hause gethan hat:Über die Frage der konfessionellen Kirchhöfe habe ich nicht allein, sondern gemeinsam mit dem Ministerium des Innern zu entscheiden, und ich habe den Zustand vorgefunden, namentlich nach den alten französischen Bestimmungen, daß die Kirchhöfe Kommunalkirchhöfe sind. Bis jetzt sind auch so wenig Be­schwerden auf diesem Gebiet an uus herangetreten, daß für die Regierung kein Anlaß vorliegt, gesetzgeberisch einzugreifen. Wo aber konfessionelle Kirchhöfe sind, sollen sie bestehen bleiben und auch erweitert werden." Ein Beamter, der sich ohne ein Wort des Bedauerns bereit erklärt, die kirchlichen Gegensätze noch im Tode aufrecht zu erhalten, wird schwerlich etwas dazu beitragen, sie unter den Lebenden zu schlichten.

Wird uns der Mann je kommen, der eine innere Politik großen Stils einleitet? Die Zeiten wären ihm nicht günstig, wenn er wirklich käme. Der nene preußische Kriegsminister scheint eine selbständige Persönlichkeit zu sein. Aber wie fiel die pseudoliberale Presse mit Mannesmut über ihn her, als er über den Fall des Generals Kirchhofs srisch von der Leber weg sprach! Nein, nur keine Persönlichkeit am Staatsruder, bei dem Anblick wird nnsern freien Männern übel. Ein modernes Staatswesen, in dem kein Einzelwille mehr, sondern die Verfassung den allgemeinen Gang der Geschäfte bestimmt, liegt nicht gleich brach, wenn es an tüchtigen Männern fehlt. Brach aber liegt ein andres Gebiet, wenn dort etwas andres die Herrschaft führt, als die starke Einzelpersöulichkeit: das ist die Kunst. Davon vielleicht ein andermal.

Das Shakespearegeheimnis

n einem soeben erschienenen, gegen 400 Seiten starken, mit zahl­reichen Bildnissen, Facsimiles, Planen und Ansichten ausgestat­teten Werke: Das Shakespearegeheimnis beschäftigt sich Edwin Bormann mit der Frage der Autorschaft der welt­berühmten Dramen, die den Namen William Shakespeares tragen. Bücher, die den Beweis zu führen suchen, daß Franeis Bacon der Antor sei, erscheinen etwa seit vierzig Jahren; aber mit dem vorliegenden Werke ist zum