Litteratur
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peinigt, vft ohne es zu wollen oder es auch nur zu merken. Seine Menschenkenntnis war uicht tief, aber da er selbst eine ungebrochne Natur war, vou einer gewissen instinktiven Sicherheit. Trotz seines laugen Berlinertnms war er kein Berliner geworden. Witz war ihm etwas fremdes, wie ein Knrivsum; er spottete mehr des Witzlings, als daß er über den Witz lachte. Er war ein fröhlicher Zecher; auch der jüngste Kollege fand dann in ihm einen guten Gesellen. Denn um seine Würde besorgt war er nicht, er hatte es nicht nötig.
Er gehörte ganz dem alten Kurs; ob im neuen seines gleichen gedeihen wird, ist noch die Frage.
Litteratur
Das Denkmal König Friedrichs des Großen in Berlin. Von Kurt Merckle.
Berlin, Wilhelm Hertz, 1894
Ein Buch, das die Entstehungsgeschichte des Berliner Friedrichsdeukmnls von den ersten Anfängen an behandelt, darf wohl jetzt, wo der Streit über das Kaiser-Wilhelmdeukmnl die Gemüter erregt, wenn auch auf keinen sehr großen Leserkreis, so doch ans allgemeineres Interesse rechnen. Der Verfasser selbst hofft deshalb auch, daß man aus seiner Arbeit die Lehre ziehen werde, „daß sich ein großes Nationaldenkmal nicht einfach durch eine Kabinettsordre ans dem Boden stampfen läßt, sondern daß eine solche Idee jahrzehntelanger Entwicklung bedarf, um zur Reife zu kommen." Und diese Lehre muß jeder aus seinem Buche ziehen. Demi wenn wir sehen, wie in dem ein halbes Jahrhundert währenden Streite über das Friedrichsdeukmal nicht weniger als neunundachtzig wirklich künstlerische Entwürfe eutstanden sink, bis endlich Rauch sein freies, lebendiges und doch so harmonisches Meisterwerk schuf, so werden wir uns sagen, daß man anch jetzt abwarten müsse, und daß der in seinem kolossalen Ausbau für Kaiser Wilhelm so «»charakteristische Entwurf von Vegas uicht, weil er da ist und weil er von Begas ist, die Ausführung verlauge.
Der Verfasser giebt in dem von großem Fleiße zeugende», hübsch geschriebnen Werke, das auf ein Preisansschreiben der Berliner philosophischen Fakultät hin entstanden ist, gemäß der gestellten Anfgnbe zunächst eiue atteumäßige Darstellung der Geschichte des Denkmals von der ersten Anregung an, die noch bei Lebzeiten des Königs einen Entwurf des .Hofbildhauers Tassciert hervorrief. Was dann die erste Konkurrenz, die trotz bedeutender Beteiligung ganz ergebnislos verlief, für sonderbare Dinge zu Tage förderte, davon nur eiu drastisches Beispiel. Bereits mu Tage nach dem Erscheinen des Aufrufs lief eiu Vorschlag des Generals von Alvens- lebeu eiu, der hinter das Reiterstandbild des Königs eine Ruhmeshnlle und zu deren beiden Seiten ein Asyl für Invaliden, die den fremden Bewundrern von ihren Schlachte» erzählen sollten, und — eiue staatliche Gastwirtschaft gebaut haben wollte. Der Verfasser schildert dauu den interessanten Kostümstreit, in dem König Friedrich Wilhelm II. das antike Kostüm, die bedeutendern Künstler die historische Tracht für richtiger erklärten, ferner die gleichfalls ergebnislose zweite Konkurrenz im Jahre 17V 7, bei der das Denkmal die Gestalt eines Tempels erhalten sollte, der Friedrichs