Deutsche Erfolge in Venezuela
nter den Freistaaten Südamerikas hat uns Deutschen Venezuela bisher wohl am fernsten gestanden. Und doch ist es der Staat, wo deutscher Unternehmungsgeist schon früh einzusetzen versucht hat.
Der Augsburger Handelsherr Barthvlvmäus Welser stellte an Kaiser Karl V. den Antrag, ihm für die zwölf Tonnen Goldes, die ihm sein Haus vorgeschossen hatte, einen Landstrich in der neuen Welt als Pfand zu überlassen. Unter gewissen Bedingungen gab der Kaiser den Welsern die Gegend uni Caraeas als Lehen. Am 24. Februar 1528 landete dem? auch Ambrosius Alfinger an dieser Küste mit einigen Schiffen, um als Statthalter der Welser das Gebiet zu übernehmen. In seinem Gefolge befand sich anßer Abentenreru deutscher und spanischer Herkunft eine größere Anzahl deutscher Bergleute. Die Unternehmungen des Welserschen Statthalters waren aber nicht so vom Glück begünstigt wie die der spanischen Eroberer. Alfinger verlor ans einem Znge gegen die Indianer durch einen vergifteten Pfeil sei« Leben, und auch sein Nachfolger, Georg Frohmuth von Speier, hatte keinen Erfolg bei seinen Unternehmungen ins Innere. Nachdem Philipp von Hütten und auch eiu Welser 1540 durch deu Spanier Carabajal, den Statthalter von Sau Domingo, hingerichtet worden waren, verzichteten die Wclser auf ihre Rechte. Es sind zwar in diesen zwanzig Jahren viele Deutsche nach Venezuela gekommen, doch scheinen jetzt keine Abkömmlinge mehr von ihnen vorhanden zu sein. Nach diesem Mißerfolg haben sich die Augsbnrger Kaufherren, deren Macht ja auch bald darnach allmählich niederging, nicht wieder in ähnlichen Unternehmungen versucht.
Freilich lud Venezuela zu solchen Unternehmungen auch gnr uicht eiu. Seit der Befreiung von dem spanischen Joch hat gerade dieser Staat am längsten unter der Schreckensherrschaft einer kleinen Partei zn leiden gehabt. Immer wiederholten sich die Parteikämpfe. Erst seit 1870, wo die Partei der Föderalisten nach einem furchtbaren Bürgerkriege die Oberhand über die Unitarier bekam, haben sich die innern Verhältnisse günstiger gestaltet. Unter dem Präsidenten Guzman Blanco, dem großen Reformator Venezuelas, sind auch in diesem Staate geordnete Verhältnisse eingetreten. Er sorgte auch für Herstellung von Fahrstraßen, um die Erzeugnisse des reichen Landes dem