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Die künstlerische Erziehung der deutschen Jugend
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Die künstlerische Erziehung der deutschen Jugend

er Verfasser des BuchesNeinbrandt als Erzieher" hat unserm Volk eine herrliche Zukunft verkündet. Eine neueKulturepoche." so nieint er. stehe uns Deutschen bevor; das Zeitalter der Wissen­schaft habe sich überlebt, das der Kunst sei angebrochen. Man hat dieser Behauptung vielfach die Beobachtung entgegengestellt, daß die Zeit, in der wir leben, bisher recht wenig Keime der künst­lichen Begabung unsers Volks zu gesuudeu und lebenskräftigen Trieben ent- ^ wickelt habe. Man hat sogar gezweifelt, ob eine Zeit der Kunstblüte für uns deutsche überhaupt wünschenswert sei. Tritt doch die höchste Blüte der Knnst, wie Konrad Lange in seinem Bnche: Die künstlerische Erziehung der ^ut,chen Jugend (Darmstadt. Arnold Bergstraeßer, 1893) mit Recht bemerkt, ^"^"lich erst dann ein, wenn ein Volk schon den Höhepunkt seiner Tüchtigkeit ^"deutlichen und im häuslichen Leben überschritten hat. Die Deutschen sind ^, Jahrhunderten lange Zeit der .Kammer Europas gewesen, sie sind dann »um Ambos geworden/ auf dem die Nachbaru ihre Kraft unheilvoll erprobt M'en, jetzt sind wir wieder der Hammer gewesen, der kräftig geuug geschlagen N> . l ^ wirklich die Zeit schou° wieder nahe sein, wo wir unsre kriegerische Überlegenheit vergessen und uns den Werken des Friedens zuwenden dürften, lno sollte es dann gerade die bildende Kunst sein, in der wir das höchste zu lösten berufen wären?

^vnrad Lange bejaht diese Fragen. Nach seiner Ansicht kann die Span- ilw^«"? ^ ""^ nicht mehr lange dauern. Wie man sich auch

) e ^.osnrig denken möge, sie müsse endlich einmal gelöst werden, und dann >m> '^-"^ ^^t, wenn auch nicht des ewigen Friedens, so doch des vor- Redlichen Wettkampfes der Völker, nnd dieser Wettkampf müsse uns sei s s spitze der europäischen Völker finden. Dem deutsche» Volke

^elml ^, ""hrmals °ie Führung in Europa zugefallen. Es habe im sech- die N'" ^hrhnndert die Befreiung des religiösen Gewissens angebahnt, um in ^ achtzehnten und ne'nnzehnten Jahrhunderts eine führende Rolle

wiii^s gespielt, in der ersten Hälfte des neunzehnten eine großartige n.j ."'chaftliche Thätigkeit entfaltet, in den letztvcrganguen Jahrzehnten seine lnsh - ^ politische Aufgabe gelöst (?). Die bildende Kunst aber sei vor^hältnismäßig leer ausgegangen, uud unser Vaterland stehe daher zu ""ch in den bildenden Künsten das führende Land von Europa

werd,' ^' kommende Jahrhundert, darüber könne kein Zweifel sein,

""^e Künstlerischen Kräfte zur Entfaltung bringen. Einle^ wenigen Sätzen liegt enthalten, was Lange selbst in der

""mg hervorhebt: sein Buch ist eine Streitschrift. Es geht von der That-