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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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In der That, die Juden in der Schweiz sind den Juden in Deutschland weit über. Aber vielleicht ahmen sie in Sachsen den vorzüglichen Gedanken nach, nach­dem der Versuch, die Leipziger Messe zu boykotten, so kläglich gescheitert ist.

Redaktion uud Administration. Als das Ableben Ludwig Kossuths täglich erwartet werdeu kounte, hatten wahrscheinlich alle ungarischen Zeitnngen vorsorglich Nekrologe bereit gemacht, eine aber, ?ssti Mply, kündigte ans Zettelu mit Trauerraud cm, die nächste Nummer werde nicht nur über Leben, Meinungen und Thaten des berühmten Agitators, sondern anch über seine letzten Augenblicke ausführlich berichten vier oder sünf Tage vor seinem Tode! Als dieser Skandal im ungarischen Reichstage zur Sprache kam, erklärte der Abgeordnete Cvrnel Abranyi (was wohlauf deutsch" Cohn Abrahcunson heißen dürfte: ein Herr dieses Namens war es, wenn wir nicht irren, der vor einigen Jahren eine politische Unterhaltung mit Bismarck veröffentlichte, die er in Wahrheit mit dem Thürsteher geführt haben mochte), er als Chefredakteur des 1?sst,i «axlo, teile in vollem Umfange die all­gemeine Entrüstung über den begangnen Unfug, an dem er natürlich vollkommen unschuldig sei. Er sei ebenChefredakteur," die Zettel habe die durchausauto­nome" Administration der Zeitung ausgeschickt. Damit scheint die Sache er­ledigt gewesen zu seiu. Die schöne Geschichte darf aber nicht in Vergessenheit geraten. Denn schärfer ist wohl noch nie der Zustand beleuchtet worden, in den unsre Tagespublizistik gerateu ist, seitdem sie sich zum großen, vielleicht größten Teil in den Dienst der Zeituugsindustrie begeben hat. Die Administration, d. h. die Verwaltung des Versendnngs- und Anzeigenweseus, istautonom," d. h. mit welchen Mitteln, anständigen oder unanständigen, sie ihre Geschäfte betreibt, darum darf sich die Redaktiou uicht kümmern, wenn sie überhaupt Neigung dazu hätte; umgekehrt aber muß die Redaktion wohl bedacht sein, nicht die Kreise der Ad­ministration zu stören, etwa einen geschäftlichen Schwindel aufzudecken, der in den Jnseratenspalten angepriesen wird, u. dergl. m. Deun von den Inseraten lebt ja das Unternehmen, nicht von dem Abonnement. Wie lange wird das Pnbliknm dieses Unwesen fördern, wie lange werden sich Zeitungsschreiber, die es mit ihrem Berns ernst nehmen, dieses Unwesen gefallen lassen?

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Litteratur

Jllustrirte Weltgeschichte. Fünfter Band, vom Beginn der großen Entdeckungen bis zum dreißigjährigen Kriege. 752 Seiten Lexikonoktav. Mit 340 Textabbildungen und 40 Bei­lagen und Karlen. Sechster Band, vom dreißigjährigen Kriege bis zur Machihöhe Ludwigs XIV. 768 Seilen. Mit 457 Textabbildungen sowie 36 Beilagen und Karten. In dritter Auflage bearbeitet von Profesfor Dr. Otto Kaemmel. Leipzig, Otto Spamer, 1894

Wenn man dieses Werk mit dem guten alten Becker von 1828 vergleicht, so bekommt man einen deutlichen Begriff von dem technischen Fortschritt unsers Jahr­hunderts. Die Menschen und Völker und ihre Werke werden lebendig vor uuseru Augen. In den vorliegenden beiden Bänden finden wir zahlreiche größere Kunst­blätter, die historische Szenen nach den Gemälden berühmter neuerer Meister dar-