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Völker und Räume
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10 Der Antisemitismus wie er ist

besonders in Afghanistan mit Neid und Furcht beobachtet wird. In dem Werben um die Zuneigung des Afghanen spielt England die Rolle einer alten, reichen, längsterkannten" Kokette, die mit allen ihren verbrauchten Mitteln gegen die liebenswürdige, als Halbasiatin den Asiaten sympathische Macht Rußland nicht aufkommt. In diesem Gegensatz allein liegt die Entscheidung der zentralasiatischen, persischen und indischen Fragen. Soweit sie bisher gelost sind, auf dem Streifen von 1500 Werst zwischen Orenburg und Merw, sind sie alle für Rußland entschieden, und anscheinend nicht für den Augenblick bloß, sondern dauerhaft.

In Alteuropa ist das politische Lot nicht mehr sv leichtflüssig. Wenn Staaten hier nicht ersticken und erstarren wollen, müssen sie ihre festen Formen lockern, sonst zersprengt sie der Wachstumstrieb, der in den andern Erdteilen mit größern Maßstäben arbeitet als bei uns und sicherlich nicht an den Grenzen Europas Halt machen wird. Die Politik als dieWissenschaft vom Möglichen" wird finden, daß die Konföderation selbständiger Staaten die Form ist, in der sich bisher die größten Staatswesen am gesundesten entwickelt haben. Der Zusammenschluß ans dem wirtschaftlichen Gebiet ist am leichtesten, der nationale am schwersten zu verwirklichen. Wollen wir wachsen, so müssen wir hervorkehren, was uns verbindet, nicht was uns trennt. Hüten wir uns, daß nicht eines Tags unser politisches Jugendideal des nationalen Staates veraltet sei! Menschen und Völker altern mit ihren Idealen, neue Ziele verjüngen sie wieder. Besonders die Erstarrung des politischen Ideals ist ein schweres Leiden, das selbst unter unsern Angen schon Opfer gefordert hat.

Der Antisemitismus wie er ist

^, Die soziale 5eitc

ine rechte Theaterfignr, an der Darsteller und Zuschauer ihre Freude haben sollen, muß ans einen Grundtou gestimmt sein. Ein vollendeter Bösewicht, ein unheilbarer Trottel, ein unwider­stehlicher Don Juan da weiß man doch, woran man ist. Im Leben kommen zwar solche Menschen nicht vor, wenigstens hat jeder die Fehler seiner Tugenden, und in der Regel kreuzen und ver­schlingen sich verschiedne Seiten des Charakters, svdaß die merkwürdigsten Mischungen und selbst Widersprüche entstehen. Aber solche Figuren kann die Bühne nicht brauchen,, weil sie sie nicht darstellen kann. Selbst Shakespeare