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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Litteratur

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Den Einwand, daß wir für eine stattliche Flotte nicht Geld genug besäßen, lassen wir natürlich nicht gelten. Ist Deutschland wirklich nicht imstande, die Kosten sttr seine Landesverteidigung und dazu gehört anch der Schutz unsers schwimmenden Eigentums aufzubringen, dann kann es als Großmacht einpacken. Anch der Streit, ob wir eine Offensiv- oder Defensivflotte brauchen, ob wir eine Seemacht ersten, zweiten oder dritten Ranges sein müssen, ist ein albernes Spiel mit Worten, denn kein Mensch kann diesen Begriff definiren. Unsre Marine soll imstande sein, die Küsten unter alleu Umständen und den Handel möglichst wirk­sam zu schützen; in welcher Weise sie daun von gewissenhaften Diftlern klnssifizirt wird, kann ihr wohl gleichgiltig sein.

Möge uns ein gütiges Geschick bald Männer in den Reichstag senden, die etwas von seemännischen Dingen wissen und auch darüber zu reden verstehen, damit unsre Volksvertreter nicht mehr Gefahr laufen, von dreisten Schwätzern beeinflußt zu werden, die von dem Bau eines modernen Kriegsschiffs nngefähr soviel wissen wie eine Kuh von der Doppelwährung.

Litteratur

König Friedrich der Große. Von R. Koser. I.Band. Stuttgart, Cotta, 1893

Die rege Thätigkeit, die seit Jahren in der Benutzung des preußischen Staats­archivs in Berlin herrscht, findet in diesem Werke durch einen der hervorragendsten Mitarbeiter eiuen ersten bedeutenden Abschluß, und zwar einen solchen, der in er­freulichster Weise das Strebeu erkennen läßt, die Ergebnisse mühsamer Einzelforschung in einer für weitere Leserkreise berechneten, abgerundeten nnd lebensvollen Dar­stellung zusammenzufassen. So tief sie wissenschaftlich begründet ist, so tritt doch der wissenschaftliche Apparat nur in kurzen Quellen- nnd Littcrnturuachweisen am Schluß des Bandes hervor. In diesem ersten Bande führt der Verfasser die Darstellung vom Regierungsantritt des Königs, 1740, bis zum Ausbruch des siebenjährigen Krieges, 17S6 , iudem er die Jugendzeit Friedrichs ausschließt, da er diese schon in seinem trefflichen BucheFriedrich der Große als Kronprinz" behandelt hat, und teilt diesen reichen Stoff in fünf Bücher (1. Vor dem Kampfe. 2. Der erste schlesische Krieg. 3. Ursprung und Verlauf des zweiten schlesischeu Krieges. 4. Friedenswerke. 5, Ansgang der Friedenszeit). Es wechseln also be­ständig diplomatische Verhandlungen, kriegerische Ereignisse und friedliche Verwal­tungsarbeit mit einander ab, wie es eben der natürliche Zusammenhang fordert. Überall steht die mächtige Persönlichkeit des Königs im Vordergründe, ohne daß doch die Darstellung jemals zu einer bloßen Biographie würde: wir sehen ihn au der Arbeit im Kabinet und auf dem Schlachtfelde, als Staatsmann und Volks­wirt, als Organisator und als Feldherrn, als Philosophen, Dichter uud Jour­nalisten, im Kreise seiner Offiziere und in Gesellschaft seiner französischen Schön­geister, und wir sehen ihm zuweilen auch ms Herz; kurz er tritt uns in all der unendlichen Vielseitigkeit seines Wesens uud seiner Thätigkeit entgegen und zugleich menschlich nahe. Wir begreifen ihn daher auch da, wo wir nicht mit ihm sym-