Vtto Roquettes Selbstbiographie
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niüssen für jedes im Auslande gebaute Schiff eine hohe Abgabe zahlen; wenn der Schutzzoll irgendwo bei nns am Platze ist, so ist er es hier.
Daß die Reeder volle Freiheit verlangen, um ihren Geldbeutel so schnell und so bequem wie möglich zu füllen, ist eine menschliche Schwäche, mit der man eben rechnen mnß. Aber daß sich Gelehrte finden, die diese Schwäche noch zu entschuldigen suchen, das ist ein betrübendes Zeichen dafür, daß der verhängnisvolle kosmopolitische Charakterzug des Deutschen größer sein kann als sein Vaterlandsgefühl. In den Preußischen Jahrbüchern (1893, Bd. 74, S. 498) sagt Professor O. Krümmel: „Da heutzutage die Schiffahrt rasch auseinander folgende Perioden des Aufschwungs und Niedergangs zu erfahren Pflegt, müffen jedoch (!) die Reeder günstige Aussichten ohne Verzug wahrzunehmen trachten, und wenn sie bei erhöhter Nachfrage nach Schiffsräumen solche in England bauen lassen, wo sie gewiß sind, rascher als daheim und ebenso gut bedient zu werden, so kann ihnen das niemand im Grunde verdenken." Gewiß, für die Reeder erhöht diese Ausnutzung der „Konjunktur" den Gewinn; aber der deutsche Schiffbau und die deutschen Stahl- und Eisenwerke uud was alles damit zusammenhängt, sie haben den Schaden davon.
Otto Roquettes Selbstbiographie
ie autobiographische Litteratur, die vor Zeiten als einer der spärlichsten und dürftigsten Teile unsrer sonst überreichen Litteratur galt, ist in den letzten Jahrzehnten gewaltig angeschwollen. Es scheint säst, als ob in dem Maße, wie die Veräußerlichung des Lebens zugenommen hat. auch den Einzelnen die äußere Geschichte ihres Daseins, die äußern Beziehungen zu Welt und Zeit wichtiger geworden wären. Jedenfalls fehlt es namentlich aus dem Kreise der Gelehrten. Schriftsteller und Künstler nicht mehr an autobiographischen Aufzeichnungen, und wenn auch nur wenige dieser, wie die ..Jugenderinnerungen eines alten Mannes." die Jugenderinnernngen Ernst Rictschels. das Leben Ludwig Richters, einigermaßen volkstümlich geworden sind, so finden doch die meisten emen Leserkreis, was ja auch nur natürlich ist. Denn ein Menschenleben, selbst wenn es nicht gerade wechselreich gewesen, ja sogar wenn es ungeschickt dargestellt sein sollte, ist doch in der Regel inhaltreicher und wirkt lebendiger, als es die Mehrzahl der modernen Romane vermag. So unablässig der „Zeitgeist" bemüht ist, durch hunderttausend Mittel alle Eigenart des Einzellebens und der persönlichen Entwicklung abzuschleifen und namentlich die „Gebildeten" unsrer