Sir Joshua Reynolds
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Arztes schwer zu erlangen ist. Einen solchen Beruf kaun die Frau ganz ^aus- süllen. in dem Beruf als Ärztin wird sie immer nur halbes leisten."
Das ist ein vortrefflicher Vorschlag, der unsern ganzen Beifall findet. Es wäre dringend zu wünschen, daß die einzelnen Negierungen endlich Stellung zu den Forderungen der Frauen nähmen und ihrerseits mit durchführbaren Vorschläge» und Anordnungen kämen, damit das ewige sinnlose Experimentiren mit unsern Mädchen endlich aufhört.
Sir Joshua Reynolds
und unsre moderne Uunstanschcmung
Von Aourad Lange
ie eigentümlichen Verhältnisse unsers gegenwärtigen Kunstlebens, die heftigen Angriffe, die neuerdings einerseits gegen die Kunstakademien, andrerseits gegen den künstlerischen Geschmack des Publikums gerichtet worden sind, geben mir Veranlassung, eine vor kurzem im Auftrage der philosophischen Gesellschaft der Wiener Universität veranstaltete Übersetzung der akademischen Reden von Sir Joshua Reynolds*) etwas ausführlicher zu besprechen. Denn diese Reden enthalten, wie ich zeigen werde, ein sehr wertvolles Material zur objektiven Beurteilung dieser Fragen, die sonst nur allzu oft vom einseitigen Parteistandpnnkt ans behandelt werden. Die sorgfältige Übersetzung umfaßt sämtliche fünfzehn Reden, die Reynolds als Präsident der KoM ^.«näsm? in London in den Jahren 1769 bis 1790 gehalten hat. Dreizehn davon sind bei Gelegenheit der jährlichen Preisvertei- lnngen, zwei bei andern Gelegenheiten, nämlich bei der Eröffnung der Akademie und bei ihrer Übersiedlung iu eiu neues Gebäude, gehalten worden. Die sieben ersten hatte Reynolds schon 1778 ans Anregung der Akademie veröffentlicht, die ganze Sammlung ist nach seinem Tode öfter in englischer Sprache (am bekanntesten ist die Ausgabe vou Malone) erschienen. Einige deutsche Übersetzungen sind teils uuvollstäudig, teils schwer zngänglich.
Der Zweck der Reden war nach Reynolds eigner Aussage, „gewisse allgemeine Begriffe festzustellen, die für die Ausbildung eines gesunden Geschmacks geeignet scheinen." Während er die praktische Ausbildung der Schüler den ein-
Zur Ästhetik nnd Technik der bildenden Künste. Akademische Reden von Sir Joshna Reynolds. Übersetzt und mit Einleitung, Anmerkungen, Register und Tex> vergleichung versehen von Dr. Eduard Leischuig. Leipzig, C. E. M. Pfeffer, 1893.