Litteratur
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wendiges, nicht einmal etwas ernstes zu thnn hat, darf Sommer nud Winter, bei Tag und Nacht auf ihren Gummirädcrn die armen Kinder erschrecken, bedrohen, zu Tode fahren.
Wenn wirs auch nicht hindern können, das, der Luxus, mit schlechtem Beispiel von oben herab, Gift in die Adern uusers Volks flößt, so lassen wir es wenigstens nicht zu, das; er offenkundig verbrecherisch werde. Fort mit den Gnmmirndern! Nehmt sie von diesen Achsen und setzt die Wagen darnnf, in denen man Kranke und Verunglückte ins Spital fährt. Nnr da ist das Gummirad am Platze, nnr da!
Litteratur
Genien 1796. Nach den Handschriften des Goethe- und Schillerarchivs herausgegeben von Erich Schmidt und Bernhard Suphan. Abdruck der achten Schrift der Goethegesellschaft.
Weimar, Hermann Bvhlau, 1893
Die neueste Gabe der Goethegesellschaft, die erste aus dem vereinten Goethe- nnd Schillernrchiv, ist ein Abdruck sämtlicher Xenien, also des ersten großen offnen Zeugnisses von dem Bunde zwischen Goethe und Schiller, der jetzt vor hundert Jahren mit der Begründung der Hören geschlossen wurde.
Der Plan zu den Xenien ist bald von Goethe, bald von Schiller geändert worden. Ursprünglich dachte Schiller an kritische Verse in den Hören, zu Weihnachten 1795 schrieb ihm aber Goethe: „Den Einfall, auf alle Zeitschriften Epigramme, jedes in einem einzigen Disticha, zu macheu, wie die Xenia des Martials sind, der mir dieser Tage gekommen ist, müssen wir kultivireu und eine solche Sammlung in Ihren Musenalmanach des nächsten Jahres bringen. Wir müssen nnr viele machen und die besten aussuchen." Schiller fand den Gedanken prächtig, erweiterte alsbald die Ziele, uud rasch wuchs uuu eine bnnte Menge von Distichen, scharfen und milden, persönlichen und allgemeinen, ephemeren und ewigen: am Johannistage 1796 stehen nach einer ersten Musterung 630 Nummern auf dem Plan. Etwa um hundert neue von Schiller vermehrt, trifft Ende Juui die stattliche Schar bei Goethe ein, dieser läßt sie nach einigen Streichungen von seinem Sekretär Geist rein abschreiben, und diese Abschrift ist es, die der neueu Ausgabe zu Grunde gelegt worden ist, denn sie bedeutet den höchsten Punkt in der ersten geraden Entwicklung des Plans: sie enthält in buntester Reihe die spätern Xenieu des Almanachs, die tabula« votivao und noch eine Menge andrer Epigramme, viele politischen Charakters, zusammen 676 Distichen. Aber diese Buntheit widersprach Schillers energischerer Künstlernatur und veranlaßte ihn — Goethe gab nach —, für seinen Almanach ans dieser Menge von Bausteiuen das feste Gebäude der streitbaren, später sogenannten „Xenien" (414 Distichen) zn fügen, das an den Schluß des Almanachs gesetzt wurde, und als besondre Gruppe die in Inhalt und Ton edler gearteten Votivtafeln auszuscheiden. Wie kühn er dabei in seiner und des Freuudes Arbeit gestrichen hat, um ein künstlerisches Ganze hinzustellen, das lehrt aufs deutlichste die vorliegende Ausgabe, die in den 168*) bisher unbekannten Versen durchaus nicht etwa lauter minderwertiges Gnt bringt.
*) Nicht 178, Wie in der Einleitung angeben ist; die Geistsche Abschrift enthält nur 133, nicht 143 unbekannte.