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Die Währungsfrage
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Die Währungsfrage

von G. Bähr

ie Währungsfrage steht, nachdem eine Kommission zu ihrer Er­örterung berufen worden ist, von neuem auf der Höhe des all­gemeinen Interesses. Es ist über diese Frage im Laufe der letzten Jahrzehnte so viel geredet und geschrieben worden, daß es sich kaum zu lohnen scheint, noch weiter darüber zu schreiben. Gleichwohl giebt es noch viele, die nicht klar darin sehen. Es soll deshalb hier der Versuch gemacht werden, die Sache in gemeinfaßlicher Weise dar­zustellen.

Gold und Silber haben seit uralten Zeiten als Tanschmittel Geld gedient. Gold, das weit seltnere Metall, hat von jeher im Werte höher ge­standen als Silber. Im Mittelalter legte man dem Golde den elf- bis zwölf­fachen Wert des Silbers bei. Infolge des Zuströmens von Edelmetallen aus Amerika in Verbindung mit noch andern Umstünden begann in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts der Wert des Silbers zu sinken. Seit Anfang des achtzehnten Jahrhunderts konnte man rechnen, daß das Silber nur noch den fünfzehnten bis sechzehnten Teil des Goldes wert sei; und dieses Verhältnis hat sich bis zur neuesten Zeit erhalten.

In Frankreich, wo die Münzverhältnisse schon früh geordnet wurden, hatte man im Jahre 1785 für Ausprägung von Gold und Silber das Verhältnis von 151/2 zu Z angenommen. Dieses Verhältnis wurde auch beibehalten, als man im Jahre 1803 das noch jetzt in Frankreich bestehende Münzsystem schuf. Nach diesem Verhältnis wurden Goldmünzen und grobe Silberstücke (Fünf- frankstücke) als gleichberechtigte Zahlmittel ausgeprägt. Die Gleichberechtigung beider Münzarten fand auch darin ihren Ausdruck, daß für beide das Recht der freien Prügung eingeführt wurde; d. h. jeder, der Gold oder Silber zur Münze brachte, bekam dafür unter Abzug der Prägungskosten einen ent­sprechenden Betrag von Gold- oder Silbermünze ausgezahlt. Im Jahre 1865 schloß Frankreich mit Italien, der Schweiz und mit Belgien den sogenannten lateinischen Münzbund ab, dem später auch Griechenland beitrat. Diese Staaten nahmen das französische Münzsystem an und trafeu Verabredungen