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Die Sklaverei bei den antiken Dichtern. 1
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Die Sklaverei bei den antiken Dichtern

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amerling äußert einmal, er habe sich gewundert, bei den römischen Komikern ein ganz andres Bild der damaligen Sklaverei zu finden als bei den heutigen Gelehrten, die darüber schreiben. Dasselbe war auch mir begeguet und wird jedem begegnen, der sich mit den Komikern uicht allein, sondern überhaupt mit den Dichtern der Alten beschäftigt. Es lohnt sich also wohl, dieses von den gewöhnlichen Darstellungen abweichende Bild einmal zu zeichnen. Zuvor aber möchte ich auch an das Neue Testament erinnern, das in dieser Hinsicht den denkenden Leser noch mehr in Erstaunen setzt. Die drei ersten Evangelien atmen Barmherzigkeit. Wäre die Lage der Sklaven so entsetzlich gewesen, wie man sie uns zu schildern Pflegt, so würde Christus ihrer als der bemit­leidenswertesten und hilfsbedürftigsten Klasse ausdrücklich gedacht und über die Herren sein Wehe gerufen haben. Keine Spur davon! In den Gleichnissen ist von treuen und fleißigen, wie von schlechten und faulen Knechten die Rede, aber die einen wie die andern pflegen so behandelt zu werden, wie sie es ver­dienen. Werden die Knechte einmal mißhandelt, so geschieht das nicht vom Hausvater, der ein viel zu vornehmer Mann ist, als daß er sich an irgend jemandem thätlich vergreifen sollte, sondern von einem Obersklavcn. Es gehört zu den Obliegenheiten eines Haus- oder Gutsverwalters, daß er seinen Mit­sklaven Speise ansteile zur rechten Zeit,*) und selig ist der Knecht, den der Herr, wenn er kommt, in diesem Stücke pflichtgetreu findet. Wenn aber ein solcher Oberknccht in seinem Herzen spricht: der Herr wird ja so bald nicht wiederkommen, und wenn er anfängt, Knechte und Mägde zu schlage«, zu essen, zu trinken und sich voll zu saufen, so wird ihn der Herr einmal über­raschen zu einer Stunde, wo er es am wenigsten erwartet, und wird ihm seinen Teil bei den Ungetreuen geben. (Lukas 12, 4246 ) Sind es doch auch

*) Einem Berliner Pferdcbahnschaffner soll kürzlich folgendes begehet seit. Wie er in seiner sieben Minuten währenden Mittagspause ein Paar Bissen essen will, kommt ein Kon- irollbecnnter, um Revision abzuhalten. Der Schaffner bittet, ihm die paar Minuten zur not- dürstigsten Sättigung zn lasse»; für diese Widersetzlichkeit wird er mit Entlassung bestiast, verliert er sein Brot.