Verlorne Kräfte ^,4^
Bezug auf die Verwaltung herbeiführen soll. Es soll das turkestanische Generalgouvernement mit dem transkaspischen Gebiet zu einem Ganzen unter dem Namen „Russisch-mittelasiatische Besitznngen" verschmolzen werden. Wie die Nowosti schreibt, will man eine Gewalt schaffen, die der des indischen Vizekönigs das Gleichgewicht hält. Nußland wolle jetzt daran gehen, das Wort des verstorbnen Generals Fadejew zu erfüllen, der es als Aufgabe der neuer» russischen Politik hingestellt habe, den gedankenlosen Despotismus der Khane und Emire durch den erleuchteten Despotismus des russischen Herrschers zu ersetzen. Die Stelle des Statthalters über diese mittelasiatischen Besitzungen wird jedenfalls dem jetzigen Gcneralgonverneur von Turkestan, Kurovatkin, übertragen werden, dem ehemaligen Generalstabschef Skobelews, der für den besten Heerführer gehalten wird.
Es wird sich also voraussichtlich iu deu nächsten Jahren zwischen England und Rußland ein lebhafter Kampf um Persien entspinnen, der hauptsächlich auf friedliche Weise, und zwar auf dem Gebiete des Handels und Verkehrs geführt werden dürfte, dessen Ausgaug aber kaum zweifelhaft sein kann.
Verlorne Kräfte
von Charles Fink
s ist eine überraschende Erscheinung, daß man sich in einer Zeit, wo sich Deutschland der Erwerbung von Kvlonialgebict nicht mehr entziehen kann, wenn es der drohenden Gefahr einer vollständigen Zersetzung seiner Kräfte vorbeugen und damit sein Fortbestehen sichern will, in den weitesten Kreisen des Volks über den Verbleib und das Weiterwirken von Millionen, die das Vaterland haben verlasse» müssen, weil für sie daheim kein Stückchen Land geschafft werden konnte, in völliger Unkenntnis befindet. Man weiß zwar, daß alljährlich hundert-, ja zweimalhnnderttnuseud kräftige, gesunde Auswaudrer Deutschland den Rücken kehren; auch daß für die überwiegende Mehrzahl von ihnen die Vereinigten Staaten von Nordamerika das Ziel der Wmidcrnng bilden, ist bekannt. Aber weiter verfolgt die Auswaudrer fast niemand. Man beruhigt sich bei dein Gedanken: sür Deutschland sind sie verloren; wozu sich also noch graue Haare wachsen lassen und nachforschen, was ans ihnen wird! Ja man geht noch weiter und sagt: der Kerl hat ja doch nichts getaugt; gut, daß wir ihn los sind. Daß aus solchen Worten keine Vaterlandsliebe, sondern nur die krasseste, schamloseste Selbstsucht spricht, das vergegenwärtigt man sich nie oder