Schwarzes ZZret ^71
Dr. M. Zschommler (zuerst als Progranim des Gymnasiums zu Planen gedruckt), die Mosens Heimatserinnenmgen liebevoll und zuverlässig ergänzen nud bis zu seinen tlnivcrsitätsjahren fortführen, bei weitem nicht in all den Hände», in denen sie zu finden sein sollten. Dn ist es denn vielleicht ein glücklicher Gedanke, die beiden, ein Gesamtbild ergebenden Arbeiten zu einem Büchlein zn verbinden und so eine vollständige Jugendgeschichte des wenigstens als Lyriker unvergessenen Dichters zu bieten. Eine Biographie wäre natürlich besser, aber seit wir die Material- veröffentlichuugen an die Stelle der Materialbenutzuug gesetzt haben, giebt es nur »och Episoden, kein Epos mehr.
schwarzes Bret
Die Schweidnitzer „Tägliche Rundschau" vom 17. Januar meldet: „Nachdem bereits im Jahre 1877 in allen deutschen Bnndcsstaaten das Format des Kanzleipapiers geregelt worden ist(!) und das einheitliche Format auf 33 Centimeter Höhe uud Lt Ceulimeter Breite zum Gebrauch für Reichs- und Staatsbehörden festgesetzt wurde (!), ist nun auch von dem preußischen Finaazininister uud dem Minister des Innern die Bersügnug getroffen worden, daß künftig die im amtlichen Verkehre benötigten (!) Brief- bezw. (!) PostPapiere ebenfalls gleichmäßige Größe haben müssen, uud zwar 27 Ccutimeter hoch, 21 Centimeter breit; die vorhandnen Bestände müssen auf die Größe geschnitten weiden. Durch diesen Schritt, dem die übrige» Staate» wohl folge» werde» s»at»rjemciß schleunigst!s, ist die Breite der amtlichen Knnzlei- nnd Briefpapiere eiue einheitliche geworden." Gott sei ewig Dank!
Was ist mau doch für ein nmvifsender Mensch! Lebt da ein anerkannt größter Dichter im deutschen Vaterlands, nud das erfährt man erst aus eiucm Biichcrmnschlage! Der Verlag von Jacobson in Leipzig macht folgendes bekannt:
„Der hervorragendste deutsche Dichter der Gegenwart ist nach den» einstimmige» Urteil der Kritik
Richard Nvrdhausen (Calibau). Da sein Erstlingswerk Jvß Fritz, »Der Landstreicher« erst vor etlichen Monaten erschien ssehr hübsches Präteritums, so war das eminente Dichtertalent des jungen Mcmues, der sich unter dem Pseudonym Caliban in der »Gegenwart« als Politiker nud Satyriker (y!) viele Verehrer erworben hat, bis vor kurzem erst kleinen Kreisen bekannt geworden. Nachdem nunmehr aber die Gnade Sr. Königlichen Hoheit des Großherzvgs von Sachscu-Wcimar ihi» die Wartburg als vorübergehende» Aufenthalt, der günstig auf sein poetisches Empfinden wirken solle(!), angewiesen hat, ist die litterarische Welt cmsmerksamer ans das aufsteigende Dichter- geiüc geworden n. s. w."
Hier ist alles nnbezahlbar: daß sich der hervorragendste deutsche Dichter der Gegenwart Ca- liban nennt, daß sein Erstlingswerk „Der Landstreicher" heißt, daß ihn die Gnadeiisonne einer königlichen Hoheit bescheint, nicht bloß »m ih» der litterarischen Welt sichtbar zu machen, fundcrn auch nm seine Dichlergröße vollends auszubrüten, und daß es gerade die Wartbnrg sein muß, von der wir die welthistorische Erscheinung: sein neuestes Epos zn erwarten habe», das er Vv8tigM lsc»ü« z» nenne» geruht.