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siegen. Wieder hat jüngst das Militärmaß herabgesetzt werden müssen, und schon ist ein Mann — wenn ich mich recht erinnere in Breslau — sür tauglich erklärt worden, der eine Unfallrente bezieht. Den Svzialdemvkraten allein verdanken wir es, daß wir noch ein kampffähiges Heer haben. Ohne die revolutionäre Arbeiterbewegung hätten wir keine Arbeiterschutzgesetze und wären die Löhne überall unter das Existenzminimum gesunken. Hütten die Arbeiter insgesamt den Landräten und Geistlichen geglaubt, gleich jenen gvttesfürchtigen sächsischen Leinewebern, die sich mit vierhundert Mark Familieneinkommen begnügen, dafür aber nicht mehr imstande sind, den Pflug zu führen und die Muskete zu regieren, dann würde vielleicht der Himmel einige Millionen Engel mehr haben, das Vaterland aber zu Grunde gehen, und die östlichen Barbaren würden zu eiuem Raub- und Beutezüge keine Kanonen mehr brauchen. Die Rekrutirnngen würden verlaufen, wie die Falstaffs im Hause des Friedensrichters Schaal; unter je sünf Stellungspflichtigen würde sich höchstens ein rechtschaffnes Bullenkalb finden, die andern vier würden Schimmelig, Schwächlich, Schatte und Warze heißen. Darum, so verkehrt und zum Teil verwerflich auch die Ideale der Sozialdemokratie sein mögen, sie selbst bleibt so lange notwendig nnd unentbehrlich, als das Volk von volksfeindlichen Millionären beherrscht wird, denen sich Presse und Büreaukratie als Werkzeug darbieten. Nur durch den Chartismus konnte im Anfange unsers Jahrhnnderts das englische Volk vor Verkümmerung bewahrt werden; dein deutscheu Volke erweist am Eude des Jahrhunderts die Sozialdemokratie denselben Dienst.
Das evangelische Deutschtum in Palästina
m 31. Oktober v. I., am Gedächtnistage der Reformation, wurde auf dem Muristau in Jerusalem durch den Vorsitzenden des Evangelischen Oberkirchenrnts, Geheimrat I). Barkhausen, der Grundstein zur deutschevangelischen Hauptkirche gelegt. Gegeu sechshundert Personen und acht deutschevangelische Geistliche wohnten der Feier bei. Die Gemeinde von Jerusalem war vollständig erschienen; aber auch die Nachbargemeiudeu von Bethlehem, Betdjala, Jaffa- Sarvna und Haifa hatten zahlreiche Vertreter geschickt. Eine ähnliche Feier fand am 6. November in Bethlehem statt. Dort weihte die dentschevange- lische Missivnsgemeinde ihr Gotteshaus ein, das nach den Plänen des Ober- baurats Orth ansgeführt worden ist. Es ist eine Kreuzkirche im Nnndbogen- stil und geschmückt mit fünfzehn gemalten Fenstern, die aus dem königlichen