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Litteratur
die besonders darin liegen, daß, wie der Verfasser so schön nnd Poetisch sagt, „in seinen Räumen schon mancher unheilbar Solide ein andrer Mensch geworden ist," keineswegs unterschätzt werden.
Wenn das alles geschieht, so wird das Verhältnis zwischen den „Aktiven" nnd den Professoren das denkbar innigste werden. Dann wird es nicht mehr heißen wie kürzlich in einem dein Rektor eingereichten Semesterbericht einer Verbindung- „Der Tod zweier Professoren bot nns die erwünschte Gelegenheit, unsre Farben öffentlich zu zeigen." Vielmehr wird das Absterben eines Professors fast ebenso betrauert werden, als wäre ein „Aktiver" gestorben.
Litteratur
Briefwechsel des Generals Leopold von Gerlach mit dem Bnndestagsgesandten Otto von Bismarck. Berlin, W. Hertz, 1893
Diese Briefe stammen, wie schon der Titel verrät, aus den Jahren 1851/58, ein einziger, der letzte, ist von Bismarck 1860 in Berlin geschrieben, als er schon Botschafter in Petersburg war, also nicht lange vor Gerlachs Tode (10. Januar 186.1). Die meisten rühren von Bismarck her, vom Beginne des Jahres 1856 hat überhaupt nur Bismarck das Wort, ohue daß fich erkennen ließe, ob dies dem vorhandnen Vorrate vou Schriftstücken entspricht, oder ob es andre Gründe hat, denn es fehlt jedes Vorwort und jede andre Erläuterung. Zn beklagen ist dies Übergewicht Bismarcks schwerlich, nicht nur weil er bei weitem der bedeutendere von den beiden Korrespondenten ist, sondern auch weil Gerlachs Anschauungen während dieser Jahre ans seinen Denkwürdigkeiten schon hinlänglich bekannt sind (vgl. Greuzboteu 18ö3, 1. Vierteljahr). Das gilt zwar auch von Bismarck, aber erstens kann man niemals genng Briefe von Bismarck bekommen, weil er stets geistvoll und orginell, kurz, immer er selber ist, und sodann liegt das Hauptinteresse dieses Briefwechsels darin, zu scheu, wie er sich allmählich immer mehr von dem theoretisch-philosophischen Konservatismus (um dieses häßliche Wort zu brauchen) Gerlachs und seiner Partei losmacht nnd zum vollen, klaren Bewußtsein des Gegensatzes kommt. Freilich ist dieser Gegensatz immer vorhanden gewesen, mag mich Bismarck 1854 erklären, daß ihn von seinen alten Kampfgenossen in bösen Zeiten „wohl eine Differenz über die Wichtigkeit jwohl Richtigkeit?^ der Mittel in konkreten Fällen, aber niemals ein Zwiespalt über die gemeinsamen Grundlagen nnd Ziele des Handeis trennen" könne, und noch 1857 an Gerlach schreiben: „Wenn meine Ansichten von den Ihrigen abweichen, so suchen Sie die Verschiedenheit im Blättertrieb und nicht in der Wurzel." Gerlach blieb bis an sein Ende der starre konservative Doktrinär, er haßte die „Revolution" als das böse Prinzip, wollte ein enges Zusammengehen mit England und Österreich als den „konservativen Mächten, verabscheute jedes Einvernehmen mit dem revolutionären, soeben wieder bonapar- tistisch gewordnen Frankreich," das er als den natürlichen Gegner Preußens für alle Zeiten betrachtete, nicht ans nationalen, sondern aus konservativen Gründen. Bismarck steht mit beiden Füßen auf dem Boden der Wirklichkeit, rechnet immer vor allem mit den Menschen, mit denen er es zn thun hat, nicht mit abstrakten